Dienstag, 16. April 2013

Wie beruhige ich meinen Geist?

Es kommt oft vor, dass man eine gute Phase hat, in welcher die DR weniger stark ist oder sogar ganz ausbleibt. Wieso ist das so? Wenn DR durch pausenlose Selbstbeobachtung am Leben erhalten wird, scheinen die Momente, in welchen man abgelenkt war oder sich durch Konzentration auf anderes die Selbsbeobachtung UNTERBROCHEN WIRD "heller" zu sein. Die Scheibe ist weniger stark. Manchmal sogar ganz weg.

Zum einen also geht es darum, den Stress (und die Angst...welche ja stressfördernd ist) herunter zu fahren. Zum anderen aber auch, das Gedankenkreisen zu durchbrechen.

Dies ist eine Frage der Übung. Übrigens ist das Gedankenkreisen und die Selbstbeobachtung auch ein angelerntes Verhalten...das man ständig geübt hat in Stresssituationen. Man kann ein Verhalten nicht einfach stoppen. Sondern nur durch ein anderes, positiveres Verhalten ersetzen. Das braucht etwas Geduld. Oft stellt sich ein beruhigender Effekt -wenn auch noch so klein- schneller ein, als man denkt.

Hier ein paar Tipps:

1. Achtsamkeitsübungen.
Setzen Sie sich bequem hin. Die Füsse auf dem Boden, die Sitzhaltung aufrecht (damit man nicht noch einschläft), aber bequem. Schliessen Sie die Augen. Nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem. Einfach beobachten, wie es ein- und ausatmet. Vielleicht legen Sie die Hände auf den Bauch, dann spüren Sie, wie sich die Bauchdecke hebt und wieder legt. Verändern Sie nichts an der Atmung. Es gibt kein richtig oder falsch. Nur beobachten. Dann...kann es sein, dass Sie nach ein paar Atemzügen merken, Ihre Gedanken sind woanders. Dann nehmen Sie das einfach wahr. Ohne zu werten. "Aha...ich denke jetzt an dies...oder das."  Das ist in Ordnung. Lassen Sie den Gedanken oder das Gefühl, das Sie wahrnehmen, einfach wieder los und richten Ihre Aufmerksamkeit ganz sanft, liebevoll wieder zum Atem zurück.
Das ist eigentlich alles. Tun Sie das 10Min., später auch länger.  Sie werden merken, wie der Atem ganz von selbst ruhiger wird. Wenn Sie dann wollen, machen Sie die Augen auf, orientieren sich im Raum, recken und strecken Sie sich und beenden Sie die Übung.

Es ist sehr hilfreich, jemaden zu haben, der einen anleitet. Das kann sogar im Internet sein.
Hier ist ein guter LINK zu vier geführten Achtsamkeitsübungen. Beginnen Sie mit Teil 2 (im Sitzen).



2. Pflanzliche Hilfsmittel. Nebst dem Vermeiden von zuviel Kaffee, Alkohol, Süsses und Salziges (welche alle Einfluss auf das Nervenkostüm haben), können pflanzliches Mittel das Ganze unterstützen. Zu Omega3-Fischöl, Vitamin B-Komplexe und Johanniskraut habe ich ja bereits geschrieben. (Johanniskraut -wiewohl rezeptfrei erhätlich sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden, da es mit anderen Medikamenten stark interagieren kann).
Auch Tee (Eisenkraut, Orangenblüten) können unseren Geist beruhigen. Das NEUESTE auf dem Markt scheint vielsprechend zu sein. Ein Lavendelölpräparat namens LASEA ist in Deutschland frei erhätlich und es gibt viele positive Berichte darüber. Den meisten hilft es, um gut zu schlafen.
Andere nehmen es tagsüber und berichten über eine beruhigende Wirkung. Die tritt in vollem Umfang erst ab ca. 2 Wochen ein. Also auch hier gilt, etwas Geduld haben.

3. Körperübungen: Leichter Sport tut immer gut. (Betonung auf LEICHT). Auch Yoga für ANFÄNGER kann entspannen. Mir halfen die simplen Anfängerübungen sehr!  Allerdings bin ich skeptisch, wenn es um die allzu spirituellen Aspekte des Yoga geht. Sie brauchen zur Zeit vor allem ERDUNG, d.h. handfestes KÖRPERGEFÜHL und weniger abstrakte Konzepte wie Chakren "Sonnengeflecht" etc., die "irreale" Ideen eher begünstigen. Das manchmal "Power-Yoga" genannte Anfängeryoga in den Fitnesscenters sind meist ganz in Ordnung. Keine abgehobene Konzepte und simple Übungen.
Ebenso gibt es im Buch "Gesund durch Mediation" von Jon Kabat Zinn  ein paar simple Körperübungen, die helfen vor allem morgens, etwas "auf Touren zu kommen."

4. Sich in etwas Positives, Freudiges vertiefen.  Hier kommen Sie persönlich ins Spiel. Gibt es etwas, in das Sie sich ganz besonders gut vertiefen können? Bei den einen ist es Musik, andere LESEN etwas Schönes, andere schaffen es in guten Gesprächen, ganz zu schweigen von Beziehung, Zärtlichkeit etc.   Sogar Computerspiele oder Gartenarbeiten ...was auch immer Sie innerlich SCHON NUR ETWAS beruhigt, sollten Sie bewusst anwenden und nicht zu knapp.  Ist man erstmals eine halbe Stunde in etwas vertieft, beruhigt sich der Gesamtzustand. UND...WICHTIG: jeder dieser ruhigeren Momente ist HEILSAM!  Er durchbricht nämlich diesen elenden Teufelskreis von Selbstbeobachtung-Angst-Stress-mehr Selbstbeobachtung etc.