Samstag, 8. Januar 2011

Wie man DR-typischen Phänomenen begegnen kann


4.2 Typsche Phänomene und wie man ihnen begegnen kann
Derealisation und Depersonalisation werden fast immer von einer Reihe von Nebenerscheinungen begleitet, die den Betroffenen bisweilen genauso beunruhigen, wie die DR/DP selbst. Dabei sind diese sekundären Erscheinungen logisch erklärbar und harmlos.
Als ich die Berichte anderer Betroffener las, war es eine Erlösung zu merken, dass gewisse Phänomene offenbar bei fast allen anderen genau so auftraten.
1) Gedankenketten, die nirgends hinführen.
Wer an DR/DP leidet, zumal wenn sich der Zustand chronifiziert, überlegt ständig, was mit ihm los sein könnte. Zuerst wird er alle möglichen (falschen) Diagnosen stellen. Er wird das Internet nach Symptomen durchkämmen, den Arzt aufsuchen etc.
Wenn ihm klar wird, dass keine organische Ursache in Betracht kommt, wird sich das Gedankenkreisen andere Inhalte suchen. Womöglich grübelt er über die Vergangenheit nach oder über die Zukunft, sieht alles schwarz und kommt innerlich nie zur Ruhe. Dabei ist die DR/DP Folge genau dieses ruhelosen Geistes, das sich nie erholen kann. Die Gedanken werden womöglich immer abstrakter. Betroffene erzählen, wie sie stundenlang über die Verfasstheit der Zeit oder die Bedeutung irgendwelcher banaler Gegenstände hirnen mussten. Andere fürchten, sie würden sich selbst oder andere verletzen. Ich selbst kam mir manchmal vor wie in andere Zeiten und Welten versetzt, es war übel.
Diese verwirrenden Gedanken machen Sinn. Sie sind der Versuch, sich auf die innere Diskrepanz zwischen Wissen (dass man da ist) und Fühlen (dass man nicht da ist) einen Reim zu machen. Da der Organismus auf Alarm eingestellt ist, aber ganz offensichtlich nirgends eine Gefahr auszumachen ist, nehmen wir an, die Gefahr bestünde in der Existenz der Zeit, der Gegenstände, unserer selbst etc. Oder wir malen uns die Gefahr gleich selbst aus: wir würden gleich tot umfallen, einen Infarkt erleiden oder uns in Luft auflösen.
Solche Gefühle und Gedanken sind sehr beunruhigend und doch verständlich, solange wir nicht wissen, was eine DR/DP ist und wieso sie länger bestehen bleibt, als uns lieb ist.
Was hilft, das Gedankenkreisen anzuhalten? Z.B. Musik oder Radio hören. Wenn Sie ein iPod oder ein ähnliches Gerät haben, nutzen Sie es. Gehen Sie aus dem Haus und hören Sie Musik, die Ihnen gefällt und Sie beruhigt oder aufstellt. In meiner schlimmen Zeit lief ich ständig mit Kopfhörer herum, sogar beim Einkaufen. Das half mir, mich zu konzentrieren. Was auch half, waren Hörbücher. Jemandem zuhören lenkt vom eigenen Grübeln ab. Am besten wirkten Hörbücher zum Thema DR/DP. Leider gibt es solche nicht auf Deutsch. Das wird wohl mein nächstes Projekt sein. Was am besten hilft, ist das Zuhören. Mit anderen reden und ihnen zuhören. Sich auf das konzentrieren, was der andere sagt. Das kann zu Beginn schwierig sein, viele sagen, sie könnten sich nicht konzentrieren. Aber man kann das üben, indem man sich zwingt, dem Gespräch zu folgen. Wenn Sie das lang genug tun, tauchen Sie irgendwann ganz in das Thema ein und verlassen die DR/DP.
       Gedanken, die das Ganze erst auslösen.
Kennen Sie dieses Phänomen: Sie haben sich in ein Gespräch oder in eine interessante  Aktivität versenken können. Sie haben am Computer gearbeitet oder ein Buch gelesen und haben dabei die Unwirklichkeitsgefühle komplett vergessen. Was nichts anderes bedeutet, als dass Sie während diesen Minuten oder auch nur Sekunden vollkommen DA waren. Also vollkommen in der Gegenwart und folglich „geheilt“. Dann bemerken Sie das und sagen: „Oh, die DR/DP ist ja weg!“ Aber just in dem Momentspüren Sie wieder das Gefühl von Unwirklichkeit.
Nun, dieser Umstand zeigt, wie chronische DR/DP funktioniert. Sie wird von uns selbst am Leben gehalten, indem wir sie dauernd beobachten. Dieses negative Muster gilt es mit einem positiven zu ersetzen. Und das kann man trainieren.  Es zeigt aber auch, dass wir nur einen Atemzug von der Realität entfernt sind! Das sollte uns Mut machen.
 
2) Erinnerungen können verrückt spielen
Manche berichten, sie hätten während ihrer Zeit mit DR/DP Mühe bekundet, sich an Ereignisse von früher zu erinnern oder sogar Fähigkeiten abzurufen. Auch dieses Phänomen kann einem Angst einflössen. Schnell fragt man sich, ob mit dem Hirn etwas nicht stimmt. Wenn wir DP/DR aber als stressinduzierten Zustand erkennen, klärt sich alles auf. Wie soll das Gehirn, ermüdet durch das ständige Ruminieren, mit Stresshormonen auf Alarmstufe eingestellt, sich konzentrieren und komplexe Aufgaben lösen können, wie es das Abrufen von Erinnerungen beispielsweise ist? Bezeichnenderweise hindern die Unwirklichkeitsgefühle uns nicht daran, grundlegende körperliche Funktionen auszuüben. Diese werden von anderen Hirnregionen gesteuert. Wir können trotz DR/DP rennen, essen, gehen, schlafen, Sex haben. Organisch gesehen, gibt es keine Beeinträchtigungen. Nur unser Empfinden ist verändert aufgrund des übermüdeten und gestressten Nervensystems.
Wie die Erinnerungsfähigkeit kann vorübergehend auch das Zeitempfinden alteriert sein. Machen Sie sich keine Sorgen dazu. Erstens verschwinden diese Phänomene mit der DR/DP wieder und zweitens können Sie sie mit Achtsamkeitsübungen (siehe unten) tatsächlich lindern oder ganz zum Verschwinden bringen.
3) Sicht, Licht, Brillen
Zumal Derealisation, die veränderte Wahrnhemung der Umgebung, geht oft mit eigenartigen optischen Beunruhigungen Hand in Hand. Viele berichten von kleinen Flecken in ihrem Sichtfeld, andere von verzerrten Gegenständen oder verändertem Farbempfinden. Wenn das Gehirn auf Gefahr eingestellt ist, reagiert unser Körper darauf. Die Pupillen lassen mehr Licht herein, sind überwachsam und dadurch überempfindlich. In Wahrheit werden alle Menschen über Flecken im Sichtfeld berichten, wenn sie nur lange genug auf ein weisses Blatt oder eine Wand starren. Nur nehmen sie dies im Alltag nicht wahr. Menschen mit DR/DP sind überwachsam, wortwörtlich alles kann sie beunruhigen. Ich nahm solche Flecken immer dann wahr, wenn ich mit den Kindern aufs Eisfeld ging. Ein ängstlicher Geist kann sich dann in etwas reinsteigern und glauben, mit den Augen stimme etwas nicht.
Dasselbe passiert mit der Form oder der Farbe von Gegenständen. Jeder normale Mensch wird sie verzerrt sehen, wenn er sie nur lange genug anstarrt. Plötzlich wirkt der Hintergrund näher oder die Tiefenschärfe geht verloren und alles scheint zweidimensional. Sie kennen vielleicht diese Bilder aus Mustern, in denen ein 3D-Bild erscheint, wenn man lange genug darauf starrt. Ähnliches passiert, wenn wir im Zustand der ängstlichen Selbstbeobachtung uns auf die Frage fixieren, ob die Dinge anders aussehen, ob wir die Person im Spiegel sind etc.
An gewissen Orten scheint die DR/DP besonders stark zu wirken. Was sind das für Orte? Bestimmt solche, die unseren inneren Stress und unsere Alarmbereitschaft erhöhen: Einkaufszentren, Stadien, Kirmes, Menschenmassen etc.  Viele sagen, an sonnigen Tagen sei es besonders schlimm. Ich selbst fühlte mich am Abend und in der Nacht am wenigsten derealisiert. Es lag nahe, an eine Depression zu denken, die sich oft darin äussert, dass die Stimmung sich gegen Abend aufhellt. Aber ich war nicht depressiv (ausser, dass mich die DR/DP auf Dauer deprimierte). Der Grund lag in den Augen: im ängstlichen Zustand lassen sie mehr Licht herein. Das ist eine physiologische Reaktion auf mögliche Gefahren. Daher die weit aufgerissenen Augen bei Schreckreaktionen. Das Gehirn braucht viele Informationen, sämtliche Gefahrenquellen müssen sofort erkannt werden, um adäquat darauf reagieren zu können. Das heisst aber, dass wir, wenn wir mit einer DR/DP z.B. in ein Einkaufszentrum gehen, zu vielen optischen Reizen ausgesetzt sind, was unseren Stress erhöht und somit auch die DR/DP.
Hier können kleine Tricks helfen. Z.B. eine Sonnenbrille. Es ist zwar erwiesen, dass ein Mangel an Sonnenlicht zu Depressionen führen kann. Für Menschen mit DR/DP kann es aber hilfreich sein, die optische Überreizung etwas einzudämmen. Etwa mit Sonnenbrillen oder aber, wenn man Brillenträger ist, indem man vorübergehend die Brillen abnimmt (nicht beim Autofahren, bitte!). Ich war erstaunt, wie viele Brillenträger mit DR/DP auf diesen Trick zurückgreifen. Indem man die Sicht etwas verschwimmt, reduziert man die optische Überreizung und beruhigt den ganzen Organismus. Danach kann man die Brillen wieder aufsetzen.

4) Gefühlstaubheit
Viele klagen über gedämpfte Gefühle. Am ehesten spüren sie Angst. Aber kaum Freude, keine Euphorie und die Liebesfähigkeit ist eingeschränkt. Das kann vor allem den eigenen Angehörigen gegenüber sehr irritierend sein. Wenn die Gefühle von Liebe dem eigenen Partner oder den Kindern gegenüber nicht oder nur gedämpft erlebt werden, macht man sich Sorgen. Aber das ist im Zustand der DR/DP logisch erklärbar.
Die DR/DP ist ja ein Schutzmechanismus mit dämpfender Wirkung. Er soll uns vor zu starken Emotionen schützen, die uns in Gefahrensituationen am Handeln hindern. Leider unterscheidet die DR/DP nicht zwischen den Gefühlen, die wir gerne los werden und denen, die wir gerne spüren würden, sondern wirkt wie ein Narkotikum.
Mit dem Abklingen der DR/DP werden sich auch wieder ganz authentische Gefühle einstellen. Interessant schien mir, wie manchmal Gefühle doch so stark durchdrückten, dass sie sich etwa in einer Panikattacke oder einem Wutanfall entluden und danach die DR/DP auflösten! Wie der eigene Wille sind auch die eigenen Gefühle ein Wegweiser zurück ins Hier und Jetzt. Durch die DR/DP sind sie vorübergehend gedämpft und das sollte uns nicht beunruhigen. Für die Erkundung der eigenen Gefühle und der womöglich die DR/DP auslösenden inneren Konflikte sind Gesprächstherapien am besten geeignet. Belastende Erinnerungen zum Beispiel können beim ersten Auftauchen zu stark sein und Unwirklichkeitsgefühle auslösen. In einer Therapie lernt man, sich den Erinnerungen langsam zu stellen und sie zu verarbeiten.
5) Körperliche Beschwerden
Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, nervöser Magen, Nackenschmerzen, Harndrang und vieles mehr gesellt sich zu lang anhaltenden Episoden von DR/DP. Der Körper zollt dem Teufelskreis aus Unwirkllicheitsgefühlen, Angst und Dauergrübeln seinen Preis. Wer ängstlich und nervös ist, verliert den Appetit und somit an Gewicht. Damit aber auch an Energie. Grübeln kann einem den Schlaf rauben. Was immer Sie an körperlichem Unwohlsein erleben, fragen Sie sich, ob es Sinn macht für einen überängstlichen, dauergestressten Organismus.
Hier gilt es, den Energielevel schnell zu erhöhen. Wenn Sie nicht essen mögen, trinken Sie wenigstens genug und versorgen Sie sich mit Nahrungsergängzungsmitteln. Mit der Stressminderung durch Entspannungsübungen kommt auch der Hunger wieder. Ich habe Monate gebraucht, um meinen Schlaf wieder in Ordnung zu bringen, dabei erwiesen sich Schlafmittel als keine gute Lösung, am besten wirkten Tees und vor allem ein geregelter Tagesablauf.
Zum Essen musste ich mich manchmal zwingen, erst mit der Serotonin-Diät kam wieder Freude am Essen auf, ich gewann meine verlorenen Kilos wieder und fühlte mich nach und nach besser. Manche körperliche Beschwerden handeln wir uns selber ein, indem wir auf die DR/DP falsch reagieren. Etwa durch zu viel Koffein (um „wach“ zu werden), zu viel Zucker (schnelle Änderungen des Blutzuckerspiegels führen zu Gemütsschwankungen), Alkohol (der „beruhigt“, aber dann den Schlaf negativ beeinflusst) etc.
Ein gesunder Lebensstil, gute Ernährung (mit Serotoninproduzenten) und etwas Sport können die körperlichen Beschwerden reduzieren.
6) Reisen und Rückzug
Es ist für viele Betroffene ganz besonders schwierig, auf Reisen zu gehen. Mit DR/DP fühlt man sich schon in gewohnter Umgebung fremd. In ungewohnter Umgebung kann sich das Gefühl von Unwirklichkeit erst recht steigern. Es kann daher sinnvoll sein, auf allzu lange Reisen und Ferien vorerst mal zu verzichten. Vielleicht probieren Sie mal ein Wochenende aus. Vielleicht besuchen Sie Verwandte oder Freunde, bei denen Sie sich wohl fühlen. Wenn Sie aber ins Ausland müssen oder wollen, dann tun Sie es! Ihr WILLE ist es, der Sie in die Gegenwart zurück bringen wird. Lassen Sie sich nicht von der DR/DP von Ihren Unternehmungen abhalten.
Rückzug, Klinikaufenthalt:
Das ist ein heikles Thema. Als ich so erschöpft war, weil ich nicht mehr richtig schlafen konnte, begab ich mich in eine Schlafkur. Das war keine gute Idee. Der Verlust der gewohnten Umgebung und eines geregelten Alltags machte meine DR/DP nur schlimmer. Zudem gab man mir Schlafmittel, die sich sehr negativ auswirkten. Ich konnte nicht schlafen, weil ich in den Teufelskreis der DR/DP geraten war und nicht umgekehrt.
Ich bin der Meinung, dass Klinkaufenthalte, Rückzug, Arbeitsunterbrüche etc. nicht die Lösung sind. DR/DP ist keine Krankheit, sondern ein erlerntes Denkmuster, das es zu durchbrechen gilt. Und dies geschieht m.E. am besten in der Routine des Alltags. Wenn man einem geregelten Alltag nachgehen kann, verfällt man weniger leicht ins Grübeln und in die verhängnisvolle Selbstbeobachtung.
Dennoch weiss ich von Leuten, denen eine Auszeit geholfen hat. Womöglich fanden Sie in einer Klinik die richtige Kombination aus Ruhe, Gesprächs- und Körpertherapie und Medikamenten, die ihnen aus dem Teufelskreis heraus halfen. Dies alles sollte aber auch möglich sein, wenn man nicht stationär behandelt wird. Wenn diese Möglichkeit besteht, würde ich sie einem Klinikaufenthalt vorziehen. Einfach, weil aus der gewohnten Umgebung und aus der Routine auszusteigen, selbst Stress auslösen kann. Viele Betroffene sagen, die DR/DP sein an Wochenenden und Feiertagen besonders stark. Dies weist darauf hin, dass geregelte, bekannte Abläufe beruhigend wirken.
7) Körperempfinden
Wenn Sie an einer Depersonalisation leiden, also an veränderter Wahrnehmung Ihres Körpers, empfiehlt sich neben all den Massnahmen, die für DR und DP gleichermassen hilfreich sind, unbedingt eine körperzentrierte Therapie. Und gewisse Sportarten. Sie müssen ein Gefühl für Ihren Körper zurück erlangen und das geht natürlich am besten über den Körper selbst. Body Scan und  Körpertherapie sind die Massnahmen der Wahl.
8) Alles wird mit DR/DP in Verbindung gebracht
 Dieser Punkt ist wichtig, auch und vor allem auf dem Weg zur Heilung. Unser
Gehirn  funktioniert mit Assoziationen. Jede Verbindung, die das Gehirn einmal gemacht hat, kann später abgerufen werden. Leider funktionieren negative Assoziationen besonders gut. Das macht Sinn, denn damit ist man besser für Gefahren gewappnet, die sich wiederholen könnten. Besteht hingegen keine Gefahr, obwohl wir eine assoziieren, kann uns das in unserer Lebensqualität behindern.
Da wir während der DR/DP Episode auf Gefahr eingestellt sind, nehmen wir vieles wahr, was ein „normaler“ Mensch ohne grosse Beachtung feststellt oder gar nicht erst bemerkt. Vielleicht sind wir besorgt, weil wir irgendwo einen Schmerz spüren oder unser Magen rumort. Vielleicht sind wir etwas benebelt und denken gleich an die DR/DP. Dabei ist jeder am Morgen benebelt und braucht zuerst einen Kaffee oder eine erfrischende Dusche. Oder unser Magen rumort nicht, weil wir ängstlich sind, sondern weil wir etwas Schweres gegessen haben. Ein Schmerz kann durch ganz banale Ursachen entstehen usw.
Wenn wir auf unserem Weg zur Heilung weiter voran schreiten und die DR/DP deutlich abflaut, kann es sein, dass wir sie plötzlich wieder ganz stark erleben. Das versetzt uns in Angst. „Jetzt dachte ich doch, die DR/DP sei am Verschwinden… und jetzt? Ist sie wieder da?“  Diese Frage löst Stress aus. Dabei müssen wir wissen, dass der Weg zur Heilung einer ist mit zwei Schritten vorwärts, einem zurück. Ein Lernprozess verläuft nie linear. Wie wir gelernt haben, uns dauernd Sorgen zu machen und uns mit der DR/DP zu beschäftigen, lernen wir jetzt nach und nach ein neues Verhalten. Ein schlechter Tag fühlt sich dann wie ein „Rückfall“ an. Aber nur, weil wir ihn mit den guten Tagen davor vergleichen.
Während einer DR/DP Episode werden Stresshormone, Adrenalin und Cortisol freigesetzt. Sogar in kleinen Mengen sind sie für den Organismus spürbar. Wenn wir aus der DR/DP draussen sind, also wieder DA, kann es sein, dass wir in eine Stresssituation hinein geraten (Verkehrsstau, mühsame Sitzung, was immer) und dadurch, dass wieder Stresshormone ausgeschüttet werden, assoziieren wir damit die DR/DP. Wir fragen uns dann, ob sie wieder kommt. Aber das ist nur eine innere Assoziation und hat mit einem Rückfall nichts zu tun.
Ähnlich mag es uns ergehen, wenn wir an einen Ort kommen, an dem wir eine starke DR/DP erlebt haben. Wir assoziieren mit diesem Ort das vergangene Unwirklichkeitsgefühl. Und da erinnerte Gefühle sich wie gegenwärtige anfühlen, glauben wir vielleicht im ersten Moment, dass die DR/DP wieder einsetzt. Lassen wir uns von diesen Assoziationen nicht täuschen! Sie sind auf ihrem Heilungsweg schon viel weiter, als Sie meinen.