Donnerstag, 2. Dezember 2010

Die Scheibe stellt sich vor

hiermit eröffne ich diesen Blog.

www.derealisation.ch

Kommentare:

  1. Endlich mal einer, der den Durchblick hat

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  2. dem kann ich nur zustimmen.wann geht`s weiter...??

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  3. stimmt. alles ist sehr treffend beschrieben.

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  4. Sehr gut beschrieben.....
    Habe seit 1 1/2 Jahren die gleichen, schweren
    Probleme. Die ersten 6 Monate war es bei mir auch erst mal ein grauenhaftes Ärztehopping.
    Bis ich dann auf die Ursache gestoßen bin.
    Es waren 13 Kunststoff-Komposit Zahnfüllungen
    die ich im Jahre 2005, (alle auf einmal bekommen habe)welche mich dann von Jahr zu Jahr sehr
    schleichend vergiftet haben. Seit einem Jahr
    ist jetzt alles an Acrylat entfernt und die
    DR wird von Monat zu Monat besser.
    Herr Ruch hat ja auch treffend darauf hingewiesen, dass Vergiftungen verantwortlich
    sein können.
    Ich würde mich freuen, wenn hier mehr betroffene sich austauschen würden und Ihre
    Verursacher und Erfahrungen mit DR darstellen.
    Vielen Menschen könnte damit geholfen werden....

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  5. Hallo zusammen
    Ich schleppe die DR/DP seit Dezember 2009 mit mir rum. Das ist das schlimmste was mir bis jetzt in meinem Leben wiederfahren ist... Ich finde einfach keinen Halt. Manchmal hoffe ich, dass ich irgendwann mit der DR/DP umgehen kann und sie dann schwächer wird, aber es gelingt mir einfach nicht. Den Bericht von B.A. Ruch hilft mir über die Tage hinweg. Ich trage die Seiten immer bei mir, dass ist das einzige, was mich beruhigen kann, wenn ich kurz davor bin, durchzudrehen... :-/ Cheeers

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  6. mir half "Shaun o'Connors e-Book" . Ist halt auf Englisch. Hatte ich in der Zeit ständig aufm iPod

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  7. Und ebenso "Dr. Freedman", allerdings spricht sie sehr hektisch.

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  8. Ich kann mich nicht ablenken, egal was ich tue
    Ich hab ständig dieses Unwirklichkeitsgefühl und
    Keine Sekunde in der ich in der Realität bin.
    Was kann ich tun?

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  9. Zunächst: den Zustand einfach akzeptieren. So eigenartig das tönt, aber nicht dagegen ankämpfen. Sich ablenken geht nicht direkt: das heisst ja, ich lenke mich von ETWAS ab, aber dieses etwas bleibt dennoch bestimmend. Im Sinn von "Ich darf nicht an blaue Elefanten denken". Sondern finden Sie etwas, das Sie machen müssen oder machen wollen. und konzentrieren Sie sich so gut es geht auf diese Aktivität. Das ist schon der Anfang. Nicht sich ablenken, sondern sich auf etwas konzentrieren. Viel Kraft und alles Gute!

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  10. Ganz besonders schwer fällt es mir, mich auf Personen zu konzentrieren. In dieser Situation ist die Derealisation am Schlimmsten.Ich hatte jetzt über mehrere Jahre einigermaßen Ruhe vor der DR, aber seit ich im Oktober 2011 ein Studium begonnen hatte,ging es wieder los.Ich weiß nicht warum, aber offenbar ist Unterricht der Auslöser für meinen Zustand. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir erneut eine Antwort geben könnten.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag und Ihre Genesungswünsche.

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  11. @Anonym vom 5.12.: Ich kenne natürlich Ihre Details nicht, aber die Tatsache, dass Sie ein paar Jahre Ruhe vor der DR hatten, ist schon mal sehr
    positiv. Seit Sie studieren, ist die DR wieder da. Ferndiagnosen sind immer fragwürdig, trotzdem vermute ich: Das scheint mit innerem Stress zusammen zu hängen. Ein Studium IST eine anstrengende und bisweilen stressige Sache. Schon rein äusserlich. Um aber die genauen Gründe des INNEREN Stresses heraus zu finden, würde ich Ihnen eine Gesprächstherapie anraten. Braucht ja nicht eine teure Sache zu sein, vielleicht reicht sogar eine Beratung (es gibt ja auch Studentenpsychologen, Studentenseelsorger etc.), die das mit Ihnen anschauen. In meiner Erfahrung waren die stressigen Situationen (z.B. Sitzungen mit Chefpersonen, Sachen, wo ich unvorbereitet war etc.) sehr anfällig für DR. Ich kann mich erinnern nach einer Sitzung, die sich anfühlte, als wäre ich im schlimmsten Traum, hinaus auf die Strasse gegangen zu sein, wo dann plötzlich die ganze Anspannung von mir ab-fiel und ich wieder "da" war. Kommt dazu, dass man ja in solchen Situationen den Eindruck hat, man dürfe dem anderen nichts sagen, bzw. er dürfe es nicht merken (ging mir auf jeden Fall so) und das machte es ja NOCH schlimmer. Mit Freunden konnte ich hingegen so lange meine DR beschreiben, bis ich mich entspannte und wieder "realer" fühlte. Wohl auch, weil durch das Erzählen und Beschreiben (und dem Feedback der Gegenüber) eine Beziehung zwischen meinem Gefühl der Irrealität und der Realität zustande kam, so dass mit der Zeit das Gewicht auf das Reale sich verlagerte. Genau das aber fehlt ja in z.B. einem Seminar, wo alle auf ihre Bücher und Notizen sich konzentrieren. Falls Sie im Studium gute Kommilitionen haben oder finden, vielleicht hilft es, die einzuweihen. Ich hoffe, das hilft Ihnen etwas und wünsche alles Gute!

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  12. Danke für Ihre schnelle Antwort,
    also ich vermute auch, dass die lange Gewöhnung an dieses irreale Gefühl dazu beiträgt, in bestimmten Situationen, in diesem Fall das Studium, dass es immer wieder ausbricht und sich dann permanent 24 Stunden am Tag hält. Das Studium habe ich derzeit ersteinmal unterbrochen und habe aber vor nächstes Jahr im Oktober wieder einzusteigen. Ich denke dass ihr Rat, einfach ganz normal weiterzuleben und alle Dinge des täglichen Lebens auszuführen, auch wenn sie einem noch so schwer vorkommen und man dazu keinerlei Motivation aufbringt, das Beste ist, was man in solch einer Situation tun kann. Im Moment ist bei mir eine Besserung eingetreten. Sicherlich sind die Medikamente die ich zur Zeit einnehme dafür mitverantwortlich ( Sipramil ) aber sicher auch der normale Lebensrythmus. Meine Therapeutin ist sehr kompetent und einfühlsam. Sie wird im nächsten Jahr auch die EMDR Therapie bei mir durchführen,von der ich mir recht viel erhoffe und verspreche. Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich immer Angst habe vor diesem Gefühl, speziell im Unterricht, ich vermute, dass ich mit dieser Angst das Gefühl nahezu heraufbeschwöre, obwohl ich es gar nicht will. Ich glaube, dass ich versuchen muss, mich von der Erinnerung an dieses Gefühl zu distanzieren, dann kann ich es irgendwann selbst kontrollieren. Ach ja, kurz zum Auslöser meiner DR. Im Alter von 16 Jahren hatte ich an einem Abend nicht geschlafen, Cannabis, Exstacy und Alkohol zu mir genommen und ähnlich wie bei Ihnen bin ich am nächsten Tag aufgewacht und merkte dass etwas nicht stimmt und somit begann der Teufelskreis aus ständiger Selbstbeobachtung und Realitätsprüfung.

    Wenn ich es noch nicht erwähnt haben sollte, Ihr Bericht ist wirklich sehr sehr hilfreich, interressant und ermutigend für mich und wahrscheinlich alle, die mit dieser Problematik zu kämpfen haben, also an dieser Stelle nochmals vielen vielen Dank. Und wenn Sie in späterer Zeit einmal ein Hörbuch erstellen sollten, wäre ich sehr daran interressiert. Ich hoffe weiterhin mit Ihnen in Kontakt zu bleiben und würde Ihnen gern über meine Erfahrungen und die Ansätze zu meiner Therapie Auskunft geben, sollte etwas hilfreiches dabei sein.

    Mfg Markus

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  13. Einfach nur Danke für Ihre Beiträge.

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  14. Vielen Dank, Markus

    für hilfreiche Tipps bin ich immer zu haben. Alles, was irgendwie schon nur etwas Milderung schafft, ist hilfreich. Von dem her, schreiben Sie ruhig, wenn es Neues gibt.
    Alles Gute!
    Balz

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    1. Hallo Herr Ruch,

      hatte gerade einen schrecklichen Moment von Derealisation, Einkauf in Fussgängerzone am Samstag. Alles laut, grell bunt, direkt und wie ungefiltert. Das Leben der "anderen" ist weit weg. Für mich gibt's keinen Frühling. Habe Angst verrückt zu werden.
      Alles laute ist zuviel, stelle sogar Waschmaschine erst an, wenn ich das Haus verlasse. Meide TV, Kino etc.
      Funktioniere wie eine Automate kurz vor dem Zusammenbruch. Hab mir zuviel zugemutet, bin in falscher Stadt hängengeblieben und allein in ungewollte Mutterrolle gerutscht. Habe Tagesklinik hier begonnen (sehr stressig mit Kind) und nehme Sertralin (SSRI) seit 4 Tagen. Befinden hat sich verschlechtert.

      Können SSRIs die DR fördern?
      Danke für Ihren Rat im Voraus.

      Viele Grüße

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    2. Sehr oft verschlechtert sich der Zustand ZU BEGINN einer medikamentösen Behandlung. Sobald der Körper sich an das Medikament gewöhnt, gehen die Nebenwirkungen weg.
      Alles Gute

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  15. Hallo, ich selber leide seit 1996 unter der DR als sie plötzlich mit einer Panikattacke im Kino über mich herein brach. Sie blieb auch noch einige Zeit danach permanent vorhanden, schwächte sich aber auf ein erträgliches Niveau ab. Jedoch überkamen mich sehr häufig extreme Momente der DR z.B. in Einkaufsläden, Kino, Reisen, Stress etc. jedoch absolvierte ich meine Berufsausbildung und arbeitete daraufhin einige Jahre in der Firma, hatte meine DR ohne Therapie und ohne dass jemals jemand verstand was ich da überhaupt hatte im Griff.
    Ich ging auf Parties die mich vorher zu Tode erschreckt hätten, flog sogar in den Urlaub nach China und lebte ein unabhängiges Leben.
    Dann aber vor 4 Wochen betrat ich ein Kaufhaus und bekam die stärkste DR seit Jahren, hatte über die Zeit schon völlig vergessen wie hart und unerbittlich solch eine Attacke sein kann. Dazu muss ich sagen dass es eine monatelange Phase vorher gab, in welcher ich unter viel emotionalem Stress stand und auch einige Panikattacken ohne DR hatte (Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot, Schwindel...). Ich gab den Attacken keine Aufmerksamkeit und verschleppte somit den Stress bis die DR so stark in mir ausbrach wie noch niemals zuvor.
    Jetzt befinde ich mich seit 4 Wochen in einer Dauer-DR, welche dann und wann schwächer wird aber alles in allem immer noch sehr heftig und beeinträchtigend ist. Auch kann ich seither schlecht ein- und durchschlafen, was den Zustand noch verstärkt.
    Auch ich hatte anfangs ein starkes Gedankenkreisen und die Furcht in den Wahnsinn abzudriften, da ich zwar seit 1996 Erfahrungen mit DR hatte, es mich aber niemals so stark und so chronisch gepackt hatte.
    Als ich auf Ihre Seite aufmerksam wurde, fand ich mich in den Beschreibungen bestens wieder und habe große Hoffnung darin, es wieder wie damals ganz alleine in den Griff zu bekommen, indem man den Alltag einfach weiter lebt und sich den unangenehmen Situationen stellt.
    Trotzdem habe ich einen Termin beim Psychologen am 28. März und hoffe auch auf medikamentöse Unterstützung, zumal mein Vater auch unter Panikattacken litt und seitdem erfolgreich mit Paroxetin behandelt wird.
    Eine Gesprächstherapie, eine Behandlung mit Serotonin-Hemmern und vor allem der eigene Geist, der sich der DR entgegen stellt, geben mir momentan Kraft sodass ich für den Großteil des Tages meine panische Angst vor der DR vergesse und sich mein Gehirn wieder etwas erholen kann.

    Ich danke Ihnen sehr für diesen Blog, denn alles andere was ich bisher im Internet gelesen habe, hat mich eher entmutigt als aufgebaut. Dabei liegt der Schlüssel zum Erfolg ganz einfach in uns selbst und dem positiven Denken und Verstehen dieser Erkrankung.

    Allen Betroffenen wünsche ich viel Mut und Kraft und eine gesunde Portion Galgenhumor!

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  16. hallo!
    da bei ihnen die angstproblematik eindeutig die grundlage für die DR bildet, ist so eine therapie eine sehr gute idee.
    ich bin zuversichtlich, dass sie die DR in den griff bekommen. vielleicht dauert es etwas. da müssen sie halt etwas geduld haben. unser gehirn ist lernfähig, aber es braucht training. es kann auch sein, dass die therapie selbst etwas aufwühlt. aber das gehört dazu und wird ja in einem geschützten setting auch aufgefangen werden.
    viel kraft und alles gute wünsche ich ihnen!
    dalz

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  17. Hallo zusammen!

    Ich möchte mich bei ihnen für diese Seite bedanken!

    Auch ich leide unter DR, hab mich in Ihrem Text wiedererkannt. Bei mir fings auch mit 12 an. Wir hatten mit unserer Schule eine "Lesenacht" und niemand kam zum schlafen. Am nächsten Morgen hatte ich dann dieses Gefühl und ich dachte ich sei psychisch krank. Dann ging ich schlafen und es war weg. Danach hab ich noch ein paar mal daran gedacht aber es war mir egal. Anfangs 2010, an der Fasnacht habe ich ein bisschen zu viel getrunken, und da war es wieder. Aber da ich ja Alkohol intus hatte war es mir egal. Etwa 2 Monate später, hatte ich viel Stress und plötzlich, auf dem Pausenhof, kam es wieder und von da an liess es mich nicht mehr los. Ich habe es nicht dauernd aber in den letzen Monaten wurde es immer schlimmer. Das Problem ist dass ich immer, auch wenn ich dieses Gefühl nicht habe, einen negativen Gedanken im Kopf habe. Ich weiss, dass man das Gefühl vergessen sollte, aber ich denk mir immer wenn ich das Gefühl habe: "wieso habe ich jetzt dass wieder?? jetzt muss ich es verarbeiten, ich will dass das jetzt weg geht!" und dann denk ich immer dran und es geht nicht weg. (logisch)
    Was sollte ich mir sagen oder an was sollte ich denken wenn wieder die negativen Gedanken kommen und mit ihnen dieses Gefühl?
    Boah jetzt gehts mir irgendwie viel besser nachdem ich dass mal so zusammengefasst habe =)

    Viel Kraft und Glück euch allen!

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    1. Hallo liebe/r Anonym:-)

      Da hats mir jetzt kurz die Sprache verschlagen!!!!! Hmmm..
      auch bei mir fing das mit 12 in der Schule an: genauso wie bei dir nach einer "Nacht", wo wir von der Klasse aus zelteln warn zum Schulabschluss.. auch ich konnte vor Aufregung die ganze Nacht nicht schlafen- und in der Früh: BENG- war ich total neben mir und derealisiert. Zu Hause schickte mich meine Mum zum Kinderarzt, der aber nur ein Kreislaufproblem feststellte und beginnende Pubertät auch. Das wars vermutlich auch- aber ich konnte dieses Unwirklichkeitsgefühl nicht mehr aus dem Kopf kriegen und deshalb blieb es mir auch erhalten. 4 Jahre hab ich mich durchgekämpft- dann die gute Nachricht: ich war 9 Jahre vollkommen weg davon. Leider hatte ich in den letzten Jahren wieder häufig Rückschläge. aber man kämpft halt weiter. Also Kopf hoch!!! Es kommen immer wieder gute Phasen. Und mit jeder DR- Phase wird man härter;-)

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  18. hallo!
    ich kenne das nur zu gut.
    das problem ist, wenn ich sage: denke NICHT an einen rosa elefant! dass natürlich jeder sofort an einen rosa elefant denkt.
    ich machte mit der zeit die erfahrung, dass es nichts bringt, NICHT die scheibe zu denken. mir half folgende feststellung: "aha, ich bin belämmert. ich spürt wieder mal die scheibe. ok, was hatte ich gleich vor?...das rad aufzupumpen? gut, dann pumpe ich jetzt das rad"
    ich liess das gefühl also zu, bekämpfte es nicht (denn das wäre ja der rosa elefant), aber führte meine aufmerksamkeit AUF ETWAS ANDERES. auf das, was ich tun wollte. und wenn ich nichts zu tun hatte, fing ich an , etwas zu tun. manchmal half lesen, manchmal eher iPod hören oder TV schauen oder musik machen oder ins fitness.
    manchmal verging nach einer (kurzen oder längeren) weile das gefühl/die scheibe etwas oder sogar ganz.
    was IMMER half allerdings war: mit jemandem reden. wie jetzt in diesem blog. wenn wir jemandem mitteilen, wie es uns geht, kann der das aufnehmen, eventuell verstehen oder nachfragen. dies gibt einem das gefühl für realität viel schneller zurück als wenn man mit seinen gefühlen und gedanken allein bleibt.

    hoffe, das hilft ein wenig. und kopf hoch! alles in allem tönt nach guten voraussetzunen.
    viele grüsse!
    balz

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    1. Lieber Hr. Ruch!
      Ein herzliches Dankeschön fürs Mut machen!! Ihre Seite zu lesen hat bei mir einiges bewirkt.. Auch ich bin seit meinem 12. Lebensjahr eine "Scheibenfrau". Mittlerweile bin ich 37 und möchte allen mitteilen, die dies lesen- dass das Alice in Wonderland- Gefühl (so hab ichs als Kind immer genannt, wusste ja nicht was es war- fühlte mich nur alicemäßig zu meinen besten DR- Zeiten)auch immer wieder vorbeigehen kann. ich hatte dazwischen sogar 9 absolut klare, reale Jahre! Leider gibt's im Moment wieder einen Rückschlag und es kostet sehr viel Kraft für Realität zu kämpfen.. Zumal man nie weiss wie langs blöd bleibt... Hmm
      Ich bin sehr dankbar für ihre Tipps!!!
      Danke und alles Gute! Alice;-)
      P.S.: Haben sie schon was von der Spezialambulanz gehört in Mainz für Derealisation?
      lg

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    2. Hallo, Alice

      danke für Ihr Feedback und Ihren Hinweis!
      Nein, diese Spezialambulanz ist mir noch völlig unbekannt. Was wissen Sie darüber?

      Alles Gute
      Balz

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  19. Hallo zusammen!

    Tja was ich so lese trifft voll und ganz auf mich zu!bin wohl doch nicht allein, kenn den Blog schon länger hatte aber nie zeit mich mitzuteilen!
    also ich bin 34 jahre alt und hatte die ganze schei... mit 19 jahre schoneinmal, das ganze ging damals relativ lange, brauchte so um die 2 jahre bis ich aus dem sumpf der angst, panik und DR wieder draussen war!! allerdings ohne therapie tabletten oder sonstigem, damals wusste ich garnicht was DR bedeutet!
    heute 15 jahre später ereilte mich nach einem sehr schweren jahr alles auf s neue! schon sehr krass nach so langer zeit alles nochmal zu erleben, und wie ich meine stärker denn je, was ich aber gut unter kontrolle habe komisch nicht ?! bin seid einem dreiviertel jahr in Therapie, allerdings schon bevor das alles wieder hoch kam!
    ich muss sagen n besseren therapeuten hat ich nie, meine erfahrung ist, man braucht n Therapeuten der einem alles aufzeigt! ohne ist es sehr schwer alles zuverstehen, alles was damit zusammen hängt!
    was ich aber eigentlich schreiben wollte, ich bin sehr dankbar diesen blog gefunden zuhaben, denn mit meiner DR hat mir das buch von hr, ruch am besten gehloffen! hab alles befolgt was sie schreiben, und man siehe da, hab nach 4 monaten kampf das loch der DR komplett verlassen!! mir geht s einfach gut meine Therapeut hat die sitzungen auf alle 4 wochen verlängert ( langzeittherapie ) und er meinte ich bin aktuell geheilt, die Angststörung wird wohl bleiben, nur ohne das sie mich wieder soooo tief runter zieht! das aller aller wichtigste, ist immer gut zu sich selbst zu sein und achtsam mit sich und seinem körper umgehen!!!

    vielen dank hr. ruch sie sind der HIT

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  20. Hallo Herr Ruch, ich wollte mich mal wieder melden. Die EMDR Therapie startet am Freitag. Wenn es hilfreich ist, melde ich mich! Zur Zeit geht es mir ganz gut. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich immer noch an die DP/DR denke und Angst habe dass sie ab Oktober wieder richtig ausbricht, denn da nehme ich mein Studium wieder auf!....



    Es grüßt Sie

    Markus

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  21. Lieber Markus
    ich wünsche Ihnen alles Gute für die EMDR Therapie! Ich hoffe, sie bringt Ihnen viel. Sie könnte sogar eine gute Unterstützung in der Zeit des Studiums sein. Gerne lesen wir von Ihnen wieder - und hoffentlich sehr Positives!
    VIele Grüsse
    Balz A. Ruch

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  22. Sehr geehrter Herr Ruch,

    herzlichen Dank für Ihre Glückwünsche!!
    Selbstverständlich poste ich meine Erfahrungen mit der EMDR-Therapie hier. Bis dahin alles Gute für Sie und alle Betroffenen.

    P.S. Sie sind wirklich eine Wohltat!

    Viele Grüße

    Markus

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  23. Hallo zusammen!

    Ich würde gerne wissen, ob denn hier schon einmal jemand die Spezialsprechstunde für DP/DR bei Herrn Dr. Michal in Mainz besucht hat. Gibt es Erfahrungsberichte?
    Dr. Michal ist offenbar der einzige Spezialist in ganz Deutschland, der eine solche Sprechstunde anbietet.

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  24. Sehr schöner Beitrag.
    Danke dafür !

    Lg Phil

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  25. @ Markus
    Hallo Markus. Ich wollte fragen ob die EMDR-Methode bei dir hilfreich war gegen deine DR/DP. Wollte das nämlich auch machen, aber man findet wenig bis keine Erfahungsberichte im Internet.

    Lieben Gruß

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  26. Hallo Herr Ruch, wollte mich mal wieder melden. Ich muss sagen, mir gehts eigentlich gut. Bisher zumindest. Ab Oktober beginne ich erneut mit dem Studium, welches ich genau vor einem Jahr abgebrochen habe, da meine DP/DR sehr stark war. Jetzt habe ich ein wenig Angst, dass es genauso läuft wie vergangenes Jahr. Meine Therapeutin dagt, ich soll nicht in alte Denkmuster verfallen, da ich durch diese Negativierung alles von selber wieder herbeisehne. Vielleicht haben Sie ja einen guten Rat für mich, was ich tun kann, damit ich diesmal das Studium durchziehe ohne erneut in dieses tiefe Loch zu fallen. Herzlichen Dank im Vorraus. Es grüßt Sie Markus

    @ Marvin. Ich muss leider sagen, dass die EMDR-Therapie bei mir überhaupt nichts gebracht hat. Eigentlich ziehlt die EMDR-Geschichte ja darauf ab, nicht verarbeitete Extremsituationen bzw. Traumata aufzuarbeiten und zu verarbeiten. Nun weiß ich nicht, was bei dir die DP/DR ausgelöst hat. Kann gut sein dass es ein Trauma war, bei mir jedoch nicht. Ich hatte bisher 5 EMDR-Sitzungen und habe nichts bemerkt. Ich muss dazu sagen, dass sich meine DP/DR absolut im Rahmen hält bzw. eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist. Allenfalls in bestimmten Situationen ist sie da. Dies liegt jedoch meiner Meinung daran, dass wir alle diese extremen, unwirklichen Gefühle bis ins kleinste Detail kennen und wir, sobald wir uns irgendwie unwohl fühlen, sofort die DP/DR im Kopf haben. Menschen die dies nicht kennen, beachten dies gar nicht, wir aber schon. So wie Herr Ruch und Herr O´Connor es ausführlich beschreiben.
    Also um es nochmal auf den Punkt zu bringen, ich weiß nicht ob EMDR-Therapie bei solchen Geschichten hilfreich ist, aber alles ist besser als sich zu vergraben und die DP/DR die Oberhand gewinnen zu lassen. Kann durchaus sein, dass sie bei dir super funktioniert.

    @ anonym vom 06.07.2012: Ich war bei der Spezialsprechstunde des Herrn Dr. M. Michal in Mainz. kurzer Abriss: Diagnose- Akute Dekompensation in Form einer Entfremdungsdepression, Auslöser- Studium, damit verbundene Versagensängste. Empfohlene Therapie- Ambulante Psychotherapie, kein Hineinsteigern in die Symptome, also keine ständigen Realitätschecks, keine ständige Selbstbeobachtung,keine ständige katastrophisierende Bewertung, Schlafhygiene, Versuch mit Medikamenten ( Ich nahm Sertralin beginnend mit 50 mg und Steigerung auf 200 mg und ich denke es hat mir ganz gut geholfen, muss aber nicht sein!!! ) für ein bis drei Wochen Rivotril 0,5 bis 1mg zur Nacht. Vorsicht bei dem Zeug!!!!! Regelmäßiges Praktizieren von Achtsamkeitsübungen.

    Er machte alles in allem einen netten, verständnisvollen und erfahrenen Eindruck. Man darf natürlich nicht erwarten, dass er der Wunderheiler ist und dir ne Pille gibt und alles ist gut, das waren im Übrigen auch seine Worte! ;-)
    Also die Symptomatik ist in der Regel bei Allen gleich und er führt Studien darüber durch, hierbei steht es einem frei, die Sprechstunde videografisch aufzeichnen zu lassen, welche er dann für seine Forschungen bzw. für Vorträge verwendet. Ich habs zugelassen.Informationen oder völlig andere Erkentnisse zu der DP/DR als wie nicht schon beschrieben durch Herrn Ruch oder O`Connor hatte er nicht. Ich hab aber auch noch nen Tipp::: Surft bitte nicht auf anderen Seiten rum als auf dieser, was Herr Ruch schreibt ist absolut plausibel, richtig und gibt vor allem Hoffnung!!!! Ihr tut euch keinen Gefallen wenn ihr nur Horrorberichte lest, ihr zieht euch immer tiefer und es geht euch nicht besser sondern noch viel schlechter!! Glaubt mir, ich hab wochenlang nichts anderes gemacht und es war scheiße!!!! Ach ja, das E-Book von Shaun O`Connor hab ich mir auch geholt, ist super, leider auf englisch aber es gibt ja Übersetzungsprogramme! Alles in Allem sind die Ausführungen von Herrn Ruch aber ausreichend, obgleich die von Shaun O´Connor nicht anders sind.

    Kopf hoch Leute, wir sterben nicht daran!!!!!!



    Markus

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  27. Lieber Markus

    es freut mich zu hören, wie gut es Ihnen geht! Und vielen herzlichen Dank, dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns teilen! Das kann anderen Mut machen.

    In bez. auf Ihre Frage zum Studium: Versuchen Sie Ihre Erwartung umzulenken. Anstatt sich zu fragen: "Kommt vielleicht die DR/DP wieder?" könnten Sie das Ganze als eine Aufgabe und Herausforderung sehen. Und zwar weniger, was die DR angeht als mehr, was der INHALT des Studiums ist. Natürlich ist ein Studium mit Leistung verbunden (und kann -wie Sie schreiben- auch Ängste auslösen). Aber wenn Sie Ihren Fokus auf die Sache selbst richten, können Sie ihn von der negativen Erwartungshaltung abhalten.

    Ein Beispiel aus meiner schlimmen DR-Zeit: Mein Chef hatte sich angemeldet, ich sollte eine Aufgabe für ihn (in seinem Beisein) lösen. Natürlich war mein erster Gedanke: "Oh, Gott! Jetzt kommt der Chef und ich hab eine Scheibe!!" Die DR machte mir angst, aber noch mehr hatte ich Angst vor dem Chef, bez. meine Arbeit schlecht zu machen. Diese zweite Angst zwang mich förmlich dazu, mich -auf Teufel komm raus, koste es was wolle- auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Die Arbeit ging dann ganz gut...ABER, was mich völlig erstaunte im Nachhinein war: ich hatte volle zwei Stunden lang KEINE SCHEIBE (und das mitten in meiner schlimmsten Phase).... mein Fokus war voll und ganz auf die Aufgabe gerichtet.
    Später, als ich schon fast aus der DR weg war, bemerkte ich, wie ich an Wochenenden und Feiertagen viel stärker dazu tendierte an die Scheibe zu denken, mich wieder zu sorgen, mich zu fragen: "Bin ich jetzt da?"... Mit der Zeit suchte ich mir richtig schlimme Arbeiten (bei mir Schreibarbeiten), die mich stundenlang in Beschlag hielten. Das half enorm. (Mittlerweile geniesse ich es, keinen Stress zu haben... :-)

    Will damit sagen: wenn Sie sich von Beginn an mit der SACHE SELBST auseinandersetzen und weniger mit Fragen, die sie stressen, kann genau das Studium eine gute Sache sein. Also weniger "schaffe ich das? kann ich das alles lernen? wird die DR wieder kommen?", sondern mehr: "worum geht es? was kann ich lernen? ist es spannend?" etc.

    Ich bin selbst ja kein Weisheitsguru...ich schreibe nur, was mir damals half. Ich hoffe sehr, das kann auch Ihnen etwas weiterhelfen. Allerdings -nach allem, was Sie schreiben- hab ich eh ein gutes Gefühl!
    In diesem Sinne alles Gute!!
    Balz A. Ruch

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  28. Hallo Herr Ruch,

    herzlichen Dank für Ihr schnelles Feedback! Ich werde Ihren Rat befolgen und mich voller Elan in die neue Aufgabe stürzen, in der Hoffnung es möge mir gelingen! Selbstverständlich bleibe ich weiterhin im Blog und poste meine Erfahrungen!!!!

    Es grüßt Sie herzlich Markus


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  29. Hallo Herr Ruch,

    heute war der erste Tag im Studium und was soll ich sagen, ich bin wieder mittendrin in der DR.
    Auch wenn ich nunmehr weiß, dass das Ganze eine Kopfsache ist, konnte ich nichts dagegen tun. Diese Gedanken rund um die DR und die eingebrannten Gefühle in meinem Hirn brechen aus, ohne dass ich Einfluss darauf habe. Ich weiß dass es an sich nichts Schlimmes ist und dennoch hab ich wieder große Angst davor.

    Es grüßt Markus

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  30. Lieber Markus
    manchmal ist mir auch NACH meiner Scheibenzeit passiert, dass ich in eine Situation geriet, die mich dermassen an die Scheibe erinnerte, dass ich wieder voll in der DR war. Erst im Nachhinein merkte ich, dass ich eigentlich eine sogenannte emotionale Erinnerung hatte. Wenn wir etwas erinnern, haben wir ein Bild davon vor dem inneren Auge. Wenn wir hingegen ein Gefühl erinnern, erleben wir das Gefühl wieder. Das heisst, emotionale Erinnerungen werden wie aktuelle Gefühle (wieder-)erlebt. Schon indem ich mir sagte: "Aha, GENAU SO hab ich mich also gefühlt!" konnte ich einen gewissen Abstand -und damit eine emotionale Entspannung- herstellen.

    Sie sind also wieder im Studium und da kommt alles wieder hoch. Denn offenbar hatten Sie ja in der Zeit, in welcher Sie nicht studiert haben, die DR gut im Griff, bzw. überwunden.
    Das heisst, ohne Stress sind Sie DR-frei. Stress und Angst hingegen können die alten Erinnerungen wieder anklicken. Was ist also das Ziel? Ich meine, es geht bei Ihnen gar nicht in erster Linie um die DR selbst, sondern darum, zuerst den Stresspegel herunter zu fahren.
    Da Sie eine gute Therapeutin zu haben scheinen, würde ich mit ihr diesen Sachverhalt mal genauer anschauen: handelt es sich um ein selbst herbeigeführter Stress, Versagensangst etc. oder liegt noch mehr darunter? Wie könnten Sie ihre Anspannung in bez. auf das Studium reduzieren?

    Halten Sie mich auf dem Laufenden!

    Alles Gute
    Balz A. Ruch

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  31. Hallo Herr Ruch,

    lieben Dank für die schnelle Antwort. Ich denke dass Schulische Situationen generell mein Trigger für die DR ist. Mir ist es die letzten Jahre insofern aufgefallen, als dass ich, immer wenn ich in nem Unterricht sitze, bzw. gezwungen bin, mich wirklich lange auf jemanden zu konzentrieren, abdrifte. Ich glaube, dadurch dass ich die DR in ihrem Ausmaß schon lange kenne, hat sich in meiner Empfindung dieser Gefühlszustand derart eingebrannt, dass in Situationen, welche mir unangenehm sind, die DR auftritt. Sowas in der Art spricht auch meine Therapeutin. Es muss doch möglich sein, die Erinnerung an diesen Zustand auf eine bestimmte Art "auszubrennen". Ich geh davon aus, dass die DR bei mir sicher wieder verschwinden wird, jedoch ist es derzeit ein äußerst schlechter Zeitpunkt, sie wieder zu haben, da ich wie jeder andere Betroffene, keine Konzentration aufbauen kann und mich durch den Tag schleppe.Haben Sie vieleicht noch nen besonders guten Tipp, wie ich mich speziell in Unterrichtssituationen verhalten kann, damit es nicht ganz so dramatisch ist. Ich hab mir zum Ziel gesetzt, das Studium durchzuziehen, ich weiß dass ich mich sonst in ein paar Jahren fürchterlich ärgern würde, wenn ich es nicht getan hätte. Es fällt mir jedoch derzeit äußerst schwer. Ich hoffe auch ein wenig, dass meine derzeitige neue Lebenssituation ein Grund ist, weshalb ich wieder im Kreislauf der DR stecke und es eventuell im Laufe der nächsten Wochen/ Monate besser wird, wenn ich mich an die neue Situation gewöhnt habe. Nebenbei gefragt, Sie schrieben einmal, dass Sie vorhätten ein Hörbuch zu verfassen. Wenn Sie dies täten, wäre es vermutlich die Krönung Ihrer bisher so fantastischen Arbeit auf diesem Gebiet.


    Es grüßt Sie herzlich
    Markus

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  32. Lieber Markus
    "Tipps" habe ich keine, da ich nicht weiss, ob sie bei Ihnen auch wirken würden. Das ist nämlich bei jedem anders. Ich kenne allerdings die Unterrichtssituation auch mit DR sehr gut. Mir halfen in der Zeit ein paar Tricks. Eines war, dass ich vor dem Unterricht (manchmal sogar während...falls es WiFi gab...) in englischen DR-Foren Erfolgsgeschichten las. Das hob gleich meine Stimmung und ich konnte mich besser auf den Unterricht konzentrieren. - Etwas anderes waren (nicht sehr gesund...) Zigarettenpausen während den Einheiten. Fangen Sie um HimmelsWillen nicht an zu rauchen, wenn Sie NR sind... aber der Effekt war, dass ich etwas Körperliches erlebte. DR war für mich auch ein Verlust an Körpergefühl. Da ich gleichzeitig sehr nervös war, konnte ich nicht so viel essen, aber WENN ich zum Essen kam, gab mir das auch wieder etwas Körperbewusstsein und "erdete" mich. Schliesslich hatte ich eine zeitlang mein iPod auf Dauerbetrieb. Ich hörte die (englisch gesprochenen) DR-Hörbücher von Shaun O' Connor oder Dr. Freedman während den Pausen.
    Mein Therapeut damals zeigte mir noch ein paar Tricks, um "in den Körper zu gehen", z.B. einen Mini-Massageball zu kneten, etwas mit starken Düften etc....aber ehrlich gesagt, brachte MIR das nicht viel. Anderen haben solche Hilfsmittel aber geholfen. Ebenso Atemübungen, um den Puls runterzuschrauben.
    Es kommt dazu, dass mir Lesen als solches immer sehr geholfen hat, mich zu konzentrieren, d.h. wenn wir etwas lesen oder dem Vortragenden zuhören musste, ging das alles einigermassen. Schwieriger wurde es, wenn die Teilnehmenden irgendetwas zusammen erarbeiten mussten, da kam ich ins Schwitzen. Es sei denn, es gelang mir, irgendetwas am Thema zu finden, das meine Aufmerksamkeit wirklich weckte .... was ja nicht eben leicht ist, wenn man dauernd sich mit der DR beschäftigt. Aber manchmal gelang es doch. Interessant -im Nachhinein- war, das ich UNTER der ganzen Situation sehr starke Emotionen hatte, die aber nur selten an die Oberfläche drangen. Das heisst, die DR setzte sich wie ein Schutz über die Gefühle. Wenn es gelang, mal so ein Gefühl wahrzunehmen und zuzulassen (vor allem Wut!), entfaltete sich eine gewisse Energie in mir drin und ich konnte mich besser konzentrieren.
    Wie gesagt, das sind keine "Tipps" in dem Sinne, sondern einfach meine Strategien.
    Das mit dem Hörbuch wäre eine schöne Sache, nur weiss ich noch nicht, wie ich es genau anstellen soll - vor allem auch, weil ich technisch/computermässig eine ziemliche Nilpe bin...
    Alles Gute und Kopf hoch!
    Balz A. Ruch

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  33. Ah, und noch ein Trick half. Da ich Brillenträger bin, nahm ich manchmal die Brille ab. Ich sah dann alles verschwommen und mit der Zeit beruhigte mich das. Denn es fühlte sich nicht mehr derealisiert an. Die Sonnenbrille half draussen sehr, während Weiterbildungsveranstaltungen DRINNEN hab ich sie allerdings nie zu tragen gewagt. Heute würde ich -mit der Ausrede einer Netzhautinfektion oder irgend was in der Art- dies sogar tun.

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  34. Hallo Herr Ruch,

    wie üblich, vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. Zu den Punkten der Ablenkung. Ich bin Raucher und nutze auch jede Unterrichtspause um aus dem Klassenraum herauszukommen, es ist zumindest eine Abwechslung. Von Foren über DP/ DR halte ich mich fern, außer Ihres und der Depersonalisation Guide von Shaun O`Connor, welches ich oft lese. das Hörbuch hab ich ebenfalls auf dem Iphone und höre es regelmäßig. Hierbei muss ich jedoch leider sagen, dass mein Englisch nicht besonders gut ist und ich daher die Informationen nicht in vollem Umfang nutzen kann.Das mit den Gegenständen kneten, hilft mir auch nicht. Ich soll zum Beispiel unterschiedlich scharfe Paprikapulver bei mir führen und immer etwas kosten wenn ich derealisiere. Das hilft mir auch nicht gerade. Ansonsten entdecke ich sehr viele Parallelen zu Ihnen, bzw. wird jeder andere ähnliche Symptome haben und dazugehörige Vorgehensweisen. Bleibt festzuhalten, dank Ihnen weiß ich zumindest schonmal, dass ich weder verrückt bin, noch irgendwelche Krankheiten habe. Dies hilft viel, zumindest nimmt es die Angst, welche in einem hochsteigt. Trotz dessen denke ich an die DR, was falsch ist, aber schwer zu unterbinden. Eine Brille trage ich nicht, daher fällt das für mich weg.

    Schade dass Sie nicht in Deutschland sind, ich denke neben mir gibt es hunderte Interessenten, welche Ihren Ausführungen zu diesem Thema gern persönlich folgen würden.

    Schön dass es Sie gibt.

    Es grüßt Markus

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  35. Hallo Herr Ruch,

    ich hätte nochmal ne kleine Frage. Würden Sie in meiner Situation darüber nachdenken, das Studium abzubrechen oder es trotz des Zustandes durchziehen? Ich weiß dass die Entscheidung allein bei mir liegt, aber Ihre Meinung wäre mir sehr wichtig!..

    Markus

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  36. Lieber Markus

    das ist tatsächlich eine schwerwiegende Entscheidung, die nur Sie treffen können. Ich an Ihrer Stelle würde -vielleicht auch mit Hilfe Ihrer Therapeutin- die Gründe für diesen inneren Stress, den das Studium auslöst, erforschen. Und dann schauen, was die Möglichkeiten sind.
    Zwar sind Ferndiagnosen immer sehr heikel und ich würde alles mit Vorsicht geniessen. Trotzdem scheint bei Ihnen das Studium ein auslösender Faktor zu sein.
    Jetzt könnten Sie daran arbeiten, die Stressoren zu identifizieren und damit umzugehen. Vielleicht können in Ihrem Fall auch Medikamente stresslindernd wirken. Ich bin da zwar vorischtig, weiss aber aus eigener Erfahrung, wie sehr mir damals die Einnahme von SSRI halfen - natürlich mit Therapie und all meinen anderen Massnahmen (siehe Blog). Nach zweieinhalb Jahren schlich ich das Medikament wieder aus und es ging sehr gut.

    Die Alternative wäre ja das Studium abzubrechen. Das kann im ersten Moment verlockend sein. Die Frage ist dann natürlich: was sind die Alternativen, was wollen oder können Sie für sich machen, beruflich ausbildungsmässig etc.
    Gibt es vielleicht sogar eine dritte Lösung? Etwas dazwischen? Das Studium anders zu strukturieren, so dass der Stresspegel etwas sinkt?

    Vielleicht hilft es Ihnen sogar zu wissen, dass Sie eigentlich jederzeit das Studium abbrechen können - aber es nicht tun müssen. Mir half in meiner Zeit NACH der DR der Gedanke, dass -sollte ich wieder schlimme DR haben- ich im Notfall wieder Medikamente nehmen könnte. Als es dann und wann wieder stressig und fast-DR-mässig wurde, sagte ich mir: mal schauen, wie lange ich das aushalte. Aber ich weiss ja, dass ich jederzeit wieder zu den SSRI zurück könnte. - Ich hielt durch diese innere "Hintertüre" länger dem Stress stand.

    Ich hoffe, Sie können mit meinen Gedanken etwas anfangen.
    Und wünsche Ihnen viel Kraft bei Ihrer Entscheidung!
    Alles Gute
    B. Ruch

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  37. Danke für Ihr Feedback, nun ja, iich weiß nicht was ich tue. Meine Medikamente habe ich seit etwa einer Woche wieder genommen. Bekanntlich braucht dies ja einige Zeit um zu wirken. ich finde keine Erklärung, warum ausgerechnet bei Schule diese Problematik auftaucht. Es ist eigentlich keine Angst vor der Schule, vielmehr verlagerten sich meine Gedanken schon darauf, dass ich hoffte, nicht wieder in die DR zu verfallen. Kann es sein, dass meine Gedanken so stark sein können, dass allein aus ihnen heraus die DR sich wieder manifestieren kann? In gewisser Art und Weise warte ich ja im Endeffekt förmlich auf sie, oder?

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  38. Ja, sehr wahrscheinlich. Ich hab sogar nach meiner DR-Zeit den Versuch gemacht, die DR bewusst wieder herbeizuführen. Und es klappt. Ich hab natürlich sofort innerlich wieder weggezappt und hab mich anderen Sachen zugewendet. Das klappte deshalb so gut, weil mein Gemütszustand positiv war. Wäre ich hingegen sehr angespannt oder komisch drauf gewesen, hätte die DR auch länger anhalten können.

    Ich würde den Medikamenten auch etwas Zeit geben. Ich denke, sogar MIT DR könnten Sie studieren, wenn der Stresspegel nicht hoch ist. Dann würde es Ihnen vermutlich wie mir gehen, dass ich zuerst die DR und die Angst bemerke. Dann mit der Zeit die DR, aber keine grosse Angst. Und das ist dann schon die halbe Miete. Denn ohne Angst oder Anspannung konnte ich je länger je mehr auf meine Sachen konzentrieren.

    Dr. Freedman (von welcher ich auch ein Hörbuch besitze) vertritt die These, dass wir mit unseren Gedanken den Zustand auslösen können. Ich hab mal eine Übung von ihr durchgeführt: Einen Tag lang zu beobachten, wie oft der Gedanke an die DR auftauchte. Es war erstaunlich. Bereits nach dem Aufstehen fing das ja an!
    Die zweite Übung war dann sich bei jedem aufkommenden Gedanken an die DR selbst zu sagen: "Schon wieder ein DR-Gedanke, ok... Und JETZ? Was will eigentlich grad tun?" und sich dann diesem zuzuwenden. Natürlich kommt bereits kurz darauf WIEDER ein DR-Gedanke auf. Ja, dann die ganze Übung nochmals. Und nochmals.
    Zu Beginn scheint es schwierig und aussichtslos. Aber es ist genau wie bei den Achtsamkeitsübung oder bei der Medidation im ZenBuddhismus. Man stellt einfach fest, wie sehr unsere Aufmerksamkeit immer wieder abdriftet. Aber man holt sie sanft wieder zurück auf das, worauf man sich fokussieren will (in den Achtsamkeitsübungen etwa auf den Atem). Und das braucht einfach Übung.
    Um auf meine Beispiel zurück zu kommen: ich wachte auf und beschloss, anstatt an die DR zu denken, mich sofort irgendetwas anderes zuzuwenden, z.B. Kaffee machen, Zeitung lesen, irgendwas. Mit der Zeit bemerkte ich, dass der erste DR-Gedanke erst beim Verlassen der Wohnung auftrat. Immerhin schon ein Fortschritt. Später ging es dann weiter und immer besser. Aber eben,...es war eine täglich Übung.

    Viel Geduld wünsch ich Ihnen und lese gern wieder wie es so geht.
    Balz A. Ruch

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  39. p.s. sorry die vielen Tippfehler...

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  40. danke für Ihre Zeit, Ihr offenes Ohr und die wertvollen Tipps!
    Ich denke, dass was Sie in Ihrer letzten Antwort geschrieben haben, werde ich mir besonders annehmen. Die Angst unter Kontrolle bekommen, alles annehmen, abschalten, den Geist mit anderen Dingen beschäftigen und nichts katastrophisieren, dann ergibt sich der nächste Schritt hoffentlich von allein. Es ist nicht so, dass ich ins Bodenlose fallen würde wenn ich abbreche, aber es wäre eine Beschneidung meiner Karriere.

    Herzlichen Dank nochmals

    Es grüßt Markus

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  41. Hallo Herr Ruch,

    einige Fragen hätte ich noch einmal. Abends ist die DR bei mir besser etwas erträglich, ist das in der Regel oft so? Sie schreiben weiterhin, dass Sie anfänglich Momente hatten, in denen Sie sich ablenken konnten und später merkten, dass die Scheibe in diesen Momenten weg war. Nun bei mir ist es so, dass trotz Ablenkung und Konzentration auf andere Dinge, die DR da ist. Kann es sein, dass ich mich nicht richtig auf die Aufgabe konzentriere, bzw. in dem Moment immer noch an die DR denke und ich sie deswegen dennoch wahrnehme? Hatten Sie in Ihrer Beschwerdezeit die DR 24 Stunden täglich mit unterschiedlichsten Symptomen? Also bei mir verhält es sich zur Zeit wieder mal so. Am schlimmsten ist eben das Gefühl, wie in einem Traum zu leben und alles anders wahrzunehmen, aber das kennen Sie ja selber.


    P.S. Meinen Sie, es bestünde die Möglichkeit, mit Ihnen persönlichen Kontakt aufzunehmen?

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  42. Hallo, Markus
    wann genau die DR besser erträglich ist, hängt m.E. von der Entspannung ab. Die kann natürlich abends eher eintreten, wenn tagsüber ein stressiger Job (oder eben Ihr Studium) die Anspannung hoch hält.
    Zur zweiten Frage: ja, das war eine 24Std.-Sache und ich konnte mich nie wirklich ganz ablenken, ausser in ganz wenigen Situationen. Bei denen war die Ablenkung aber nicht nur kognitiv, sondern wenn ich mit Leib und Seele bei einer Sache war, d.h. auch emotional.
    Wenn mir das nicht gelang, war die DR stets da, sogar bei anspruchsvollen Büroarbeiten, bei intensiven Gesprächen etc. AUSSER...bei Gesprächen über die DR...da ging es dann wieder besser. Ich vermute deshalb, dass wir in solchen Momenten immer noch im Hintergrund Nervosität, Anspannung und Ängstlichkeit entwickeln und uns so nicht wirklich VOLL und GANZ entspannen können. Es ist wohl weniger, dass wir an die DR DENKEN, sondern unser Gemütszustand ist immer noch nicht gelöst genug, um die DR abflauen zu lassen (was ja auch eine gewisse Zeit braucht).
    Deshalb glaub ich auch, dass die SSRI auf lange Sicht so gut halfen; weil sie nämlich den Pegel der Anspannung nach und nach senkten.

    Bez. mich kontaktieren: telefonisch oder so bin ich nicht erreichbar, aber Sie können mir gerne auf diesem Weg schreiben oder mir für eine PN Ihre e-mail-adresse mailen.

    Alles Gute!
    Balz A. Ruch

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  43. Hallo Herr Ruch
    Ich hatte letzte Woche Mittwoch eine Intensivsitzung bei einem Hypnosetherapeut und seitdem ist die Derealisation deutlich abgeschwächt. Sie haben in ihrem Blog geschrieben, dass einige von schwarzen Flecken im Blickfeld berichten, die sie sehen. Meinen sie damit Mouches Volantes? Weil die habe ich nämlich auch. Gehen die denn auch wieder weg wenn die DR komplett verschwunden ist? Habe sie erst nach 3 Monaten in der Derealisationszeit bekommen. Also nicht sofort am Anfang, bzw. sie nicht mir nicht aufgefallen. Gibt es Hoffnung dass diese Dinger mit der DR verschwinden?
    Lieben Gruß
    Marvin

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  44. Hallo Marvin

    ja, einige berichten tatsächlich von Mouches Volantes. Natürlich besteht Hoffnung, dass die -so wie sie gekommen sind- auch wieder verschwinden. Bei mir war's auf jeden Fall so. Nur gelegentlich -z.B. auf dem Eisfeld, beim Skifahren etc. also auf weissem "Hintergrund" fällt mir bis heute ein kleiner Fleck wieder auf. Indem ich ihn weiter nicht beachte, geht er auch wieder vorbei. Das heisst, das Phänomen selbst ist sehr flexibel -ähnlich wie die DR selbst-
    mal stärker, mal weniger. Das heisst, man kann sie auch positiv beeinflussen, indem man sie nicht darauf fixiert.
    Alles Gute!
    Balz A. Ruch

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  45. Hallo Herr Ruch
    Danke schon mal für ihre schnelle Antwort. Meine Derealisation ist vor 9 Monaten durch einen Joint (es war mein 2. mal) ausgelöst worden, insofern man es als Derealisation bezeichnen kann. Ich nehm die Welt nicht wirklich als unwirklich wahr ( so wie andere es beschreiben ) sondern eher als anders und farbenfroh. Die Farben sind intensiver als sonst, obwohl sich das auch wieder etwas gelegt hat. Mouches Volantes habe ich erst nach 3 Monaten der Derealisation?! wahrgenommen. War es bei ihnen auch so dass sie unter erschwertem Lesen litten? Ich meine damit nicht die Konzentrationsprobleme beim Lesen, sondern eher dass ich Probleme habe flüssig zu lesen weil ich irgendwie mehr die Buchstaben anstatt die Worte lese und so eine Art ruckartiges Lesen habe.
    Liebe Grüße
    Marvin

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  46. Hallo, Marvin
    die mouches volantes habe ich auch relativ spät bemerkt. hingegen habe ich mit dem Lesen nie Probleme gehabt. bzw. kenne das von Ihnen beschriebene Phänomen nicht. Vielleicht kennt das jemand sonst hier im Blog?
    Viele Grüsse
    B. A. Ruch

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    1. Hallo Herr Ruch,

      ich leide seit nunmehr vier Wochen unter intensiver Farbwahrnehmung und quasi visueller Überreizung (alles grell, überscharfes Sehen, Scheinwerfer und Lichtquellen sind mehr als hell etc.). Ausgelöst wurde dies wohl durch Einnahme von Duloxetin/Cymbalta, ein SSRI. Bin in psychotherapeutischer Behandlung am örtlichen Klinikum aber die Ärzte sind eigentlich ratlos. Hatte vermehrt Stress (Trennung, neue Mutterrolle etc.). Erste Gefühle von Unwirklichkeit, Depersonalisierung und DR hatte ich vor 2-3 Monaten. Habe Angst in Psychose zu geraten, derzeit wird schwere Depression angenommen. Nach Meinung des Arztes fehlen typische psychotische Symptome. Könnte die übersteigerte Farbwahrnehmung (vor allem bei Stress) einfach nur DR sein? Bin verzweifelt und ratlos, keiner kann helfen.
      Danke im Voraus für Ihre Antwort.

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    2. Nur kurz: Das ist KEINE PSYCHOSE. Definitiv nicht. Und Sie rutschen auch nicht in eine hinein. Die Ärzte kennen sich in Sachen Psychologie oft erschreckend wenig aus. Offenbar löst bei Ihnen innerer Stress diese Symptome aus. Gehen Sie den Auslösern auf den Grund, eventuell mit psychologischer Hilfe. Es kann auch sein, dass dieser SSRI nicht so hilfreich ist und sie auf ein anderes umsteigen müssen. Alles Gute, Balz Ruch

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  47. Hallo an alle,
    natürlich muss auch ich mich bedanken für diesen wundervollen Blog. Ich bin mir erst seit kurzem bewusst, an was ich eigentlich leide bzw. wie ich mein Problem nun endlich in ein Wort fassen kann. Alleine für das ein „Dankeschön!“ Schon das Wissen, mit dem Problem nicht alleine zu sein, ist kraftgebend.

    Wie ich darauf stieß bzw. meine Geschichte: Ich bin 25 Jahre – bewusst wahrgenommen habe ich „das Problem“ im Alter von ca. 10 Jahren und habe es geschafft, diesen Zustand bis vor ca. 6 Monaten zu – unterdrücken. Ich habe damals den Versuch unternommen, meinen Eltern klarzumachen, dass ich mich wie „in einer Blase“ fühle (das waren meine Worte dafür). Leider konnte keiner helfen, ein Arzt meinte, dass wäre die beginnende Pupertät, es würde sich schon wieder verlieren. Also dachte ich, das wird schon normal sein, die Welt so wahrzunehmen.

    Aber der Zustand hält bis zum heutigen Tage an. Ohne Ausnahme, ohne „Lichtblick“. Das hat geklappt bis vor, wie erwähnt, 6 Monaten. Dort sprach ich die Thematik mit meiner Schwester durch. Meine Symtome: Lethargie, Teilnahmslosigkeit, alles plätschert vor sich hin, keine Emotionen, kein richtiger Spaß an nichts, ich kann mir nichts mehr merken, nie Entspannen, zusammengefasst: Ich brauche wahnsinnig viel Energie um zu funktionieren, ohne besonders auffällig zu sein. Meine Schwester und ich sind so verblieben, dass ich auf jeden Fall was unternehmen muss. Erster Weg: Check der Gesundheit. Ich tat zunächst nichts außer den Alltag bewältigen. Ich war anschließend im Urlaub – und plötzlich dachte ich wieder über den Zustand nach. Ich war verwirrt, stellte mein ganzes Leben in Frage und kam irgendwie auf den Trichter: Das kann doch nicht nur ich alleine haben…Und: ich will hier raus…Und: Woher kommt denn der ganze Mist?

    Wieder aus dem Urlaub zurück, habe ich versucht den Alltag wieder aufzunehmen. Ohne Erfolg. Ich versuchte zu funktionieren. Und stellte fest, dass ich das die letzten Jahre schon tat. Die Symptome von oben wurden noch schlimmer. Jetzt war der Zeitpunkt, etwas zu unternehmen. Ich machte ein Blutbild und Gesundheitscheck – alles i.O.

    Schließlich besuchte ich eine Psychotherapeutin, welche mir das Stichwort „Derealisation“ an den Kopf warf – vermutlich in Kombination mit einer Depression (die Diagnose steht noch aus…nächste Sitzung steht an). Und so kam ich auf diesen Blog, endlich Leute, welche mich verstehen, ich bin nicht alleine. Und: Ich kann den Zustand nun besser in Worte fassen. Erst seit den Erkennen: Dein Zustand ist NICHT normal habe ich das Symptom, sehr oft an die DR zu denken. Davor nie. Ein Verdrängen hat bei mir überhaupt nicht funktioniert, aber nun erkenne ich das Problem zumindest in vollem Umfang an. Ich versuche derzeit, durch bewusstes Ausüben meiner Hobbies die DR zu vergessen – ohne Erfolg. Ich kann nicht an nichts denken – und dass, seit ich denken kann…

    Ich frage mich, wie ich die ganzen Jahre so bewältigen konnte. Eine Antwort: Durch mittelfristige Ziele, auf die ich mich voll konzentrieren konnte: Abi, Studium, da konnte ich unglaubliche Energie freisetzen (der Zustand DR blieb aber immer). Nun habe ich so ein konkretes Ziel nicht mehr. Natürlich frage ich mich immer: Woher kommt es denn? Ich nahm nie Drogen, hatte aber in der Kindheit (9-12) mit Mobbing zu tun (macht fast jeder mal mit), wurde sehr „behütet“ erzogen, ich komme auf kein Trichter und weiß auch nicht, ob mir das Wissen, woher es kommt, helfen würde.

    Was mich leicht beunruhigt: Ich habe hier eigentlich nur von zweitweisem Auftreten der DR gelesen. Die chronische Form ist wohl nicht so weit verbreitet…Ich stecke derzeit in den Gedanken fest, ich habe Hoffnung, dass zumindest nach der nächsten ein Weg sichtbar wird. Ich tue mich unheimlich schwer (nebst Alltag und Arbeit, was weiterlaufen muss), bewusst an der DR „zu arbeiten“ -> bewusst Leben, Entspannen, Achtsamkeit etc. Ihr seht, ich stecke noch ganz am Anfang – und komme derzeit nicht weiter. Trotzdem war es mir wichtig, das hier zu posten. Wer es soweit geschafft hat, danke fürs Lesen…

    Grüße Rudi

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  48. Guten Abend! Ich habe auch das gleiche problem. Am montag fange ich eine Therapie an bei einem Psychotherapeut an. Musste man unbedingt Antidepressiva nehmen. Ich habe sehr viel angst vor Medikamenten. Und weiss genau das ich sowas nicht nehmen würde. Ich weiss es klingt komisch aber ich bilde mir alles ein an Nebenwirkungen was geht! Ich weiss nicht weiter.

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  49. Hallo, Anonym!
    Sie MÜSSEN nicht Medikamente nehmen, wenn Sie nicht wollen! EIne Gesprächstherapie an sich ist schon hilfreich!
    Ich hatte auch lange Angst vor Medikamenten, meinte, sie würden mich verändern etc. Da der Therapeut auch Arzt war, war aber immer alles unter Kontrolle und ich änderte das erste Medikament, weil es mich nur träge machte. Die Angst vor Nebenwirkungen ist verständlich, aber zur Beruhigung: ich hab mal die Nebenwirklungen von Schockolade gelesen....es tönt wirklich gefährlich, dabei isst fast jeder Schokolade. Es ist halt eine Frage auch des Masses.
    Trotzdem: Lassen Sie sich zu nichts drängen, Sie können es auch ohne Medis schaffen.
    Alles Gute!
    Balz RUch

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  50. Guten Morgen!
    Ich möchte einfach mal anfangenzu erzählen. Ich bin 19 Jahre alt und arbeite nun als FSJlerin. Mein Leben war nicht immer einfach. Psychische und physische Gewalt stand bei mir immer im Vordergrund meines Lebens. Mit 15 kippte ich mindestens ein Mal in der Woche in der Schule um. Mit 16 kamen Krampfanfälle hinzu. Nach mehreren Monaten Untersuchung stationär und ambulant wurde bei mir eine ,,dissotiative Störung" festgestellt. Nach ein paar Wochen kamen noch Trancezustände hinzu. Ich bekam Therapie und nach einem Jahr Behandlung hörten die Krampfanfälle, ebenso die Trancezustände auf. Mir ging es gut. Ich kann es nicht mehr genau einordnen, aber mit Ende 17 habe ich zum ersten Mal die ,,Derealisation" wahrgenommen. Ich merkte, dass etwas nicht mit mir in Ordnung ist. Das Gefühl eine Scheibe vor sich zu haben beschreibt den Zustand sehr gut. Als erstes dachte ich, es liegt daran, dass sich meine Augen wieder verschlechtert hätten (ich trug schon seit ich klein bin eine Brille). Als ich beim Augenarzt war kam auch raus, dass sich die Stärke verschlechtert hätte. Ich bekam neue Augengläser. Aber das änderte nichts an dem Zustand ,,der Scheibe". Mit 18, als ich kurz vor den Abiturprüfungen stand kamen schließlich auch die Krampfanfälle und die Trancezustände hinzu. Mittlerweile auch noch eine Essstörung. Ich bin 1,69m groß und wiege 50kg. Nach einem langen Kampf um einen Therapeuten bekam ich nun auch wieder die Therapie und meine Therapeutin stellte die ,,Derealisation" fest. Nun versuchen wir einen Platz in einer Kilinik für mich zu finden.
    Ab und zu ist das Gefühl ,,der Scheibe" auch verschwunden. Wenn dann aber nur für zwei oder sechs Sekunden. Dann verschwindet das Gefühl für die Realität wieder. Wenn es verschwindet, dann denke ich immer wieder:,, Es wird nie für immer bleiben. Es nimmt mir den Spaß am Leben weg." Ich habe Angst, dass es für immer weg bleiben wird. Ich hatte auch nie Probleme gehabt mir etwas zu mekren oder etwas zu lernen. Sei es für die Schule oder in der Freizeit. Ich habe vor jeder Prüfung in der Schule ab der elften Klasse (als die Derealisation schon in vollem Gange war) angefangen eine Woche vorher zu lernen. Ich habe mich selten verrückt gemacht, weil ich wusste, dass ich den Stoff drauf habe. Ich konnte jedem x-beliebigen Menschen runterbeten, was ich gelernt hatte. Aber in den Klausuren lief es weniger gut. Trotz dass ich alles konnte, schrieb ich Vieren oder auch Fünfen. Ich verstand es nie. Aber ich habe das Gefühl, dass es mir so große Steine in den Weg legt, die ich nicht wegräumen kann. Ich möchte im Oktober diesen Jahres noch anfangen angewandte Geografie zu studieren, habe jedoch Angst, dass es so ausgeht wie in der Schule. Dass ich trotz Lernen kein gutes Ergebnis erzielen kann und das nur wegen diesem Blödsinn von Derealisation.

    Ich habe seit einem Monat einen Freund. Dank ihm schaffe ich es für manchmal zwei Sekunden keine Scheibe vor meinem Gesicht zu haben. Aber ich habe auch Angst, dass wenn er mich einmal verlassen sollte, ich das Gefühl für die Realität nie wieder erlangen kann.

    Ich wollte es einfach mal hier erzählen. Vielleicht findet sich jemand darin wieder ode rkann mir vielleicht etwas helfen.

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  51. Hallo Ihr Lieben,

    bin sehr froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein. Bei mir fing die DP nach einer heftigen Panik-Attacke nach dem Tod meines Vaters an. Mein Vater starb vor 3 Monaten, etwa sechs Wochen danach (als ich erstmalig abends zur Ruhe kam) , überkam mich diese Attacke. Ich hatte wirklich TODESangst. Zwischendurch verschwand die DP auch wieder, mittlerweile ist sie seit 5 Wochen fast konstant da. Habe mich jetzt sofort in die Hände eines Psychiaters begeben, mit dem ich in zwei Wochen eine Trauma-/Verhaltenstherapie starte. Nehme ebenfalls seit gestern Paroxetin. Was mir super hilft, ist die progressive Muskelentspannung. Hätte es nie gedacht, aber es hilft wirklich - zumindest kurzfristig!

    Habe zwischendurch immer wieder "Bedenken" dass ich mein altes Ich nicht wieder bekomme oder eben auch irgendwann durchzudrehen. Wollte mich auf diesem Wege eigentlich auch nur erkundigen, ob ein Todesfall auch mit Verzögerung eine DP auslösen kann. Ich danke Euch von ♡-en :)

    Viele liebe Grüße
    Maren

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  52. Hallo Maren,
    es tut mir leid, dass Ihr Vater verstorben ist. Egal, wie alt man ist, aber der Tod eines Elternteils, überhaupt der Verlust eines lieben Menschen, löst sehr starke Gefühle aus.
    Und zu Ihrer Frage: ja, allerdings! Der Trauerprozess ist bei jedem unterschiedlich lang. Es kann sogar Monate gehen, bis einen etwas einholt z.B.
    Ich kann Ihre Befürchtung zwar nachvollziehen, aber seien Sie beruhigt: Ihr altes Ich ist immer noch da. Die DP schützt es nur, weil die Gefühle z.Z. zu stressig oder zu stark sind. Mit der professionellen Hilfe, die Sie sich geholt haben, haben Sie schon die richtigen Schritte unternommen.
    Jetzt brauchen Sie einfach auch Geduld mit sich selbst.
    Viel Kraft und alles Gute!
    Balz Ruch

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