Mittwoch, 17. September 2014

Gast-Post von Waldemar

HALLO liebes Forum,

mein Name ist Waldemar und ich bin nicht das erste mal hier. Einige von Euch dürften mich vom Email-Kontakt her oder eines der zahlreichen Telefonate kennen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass viele die ich über dieses Forum kennengelernt habe, hier gar nicht mehr lesen. Aus einem einfachen Grund: es geht ihnen besser! ...und sie machen sich um DR/DP keine Gedanken mehr. 

Einer von denen bin auch ich! Vor ziemlich genau 3 Jahren fing alles an mit einer heftigen Panikattacke und anschliessender DR/DP. Nun schon seit ca. 1,5 Jahren habe ich das Problem nicht mehr und versuche anderen Betroffenen eine Hilfe zu sein.

Das klappt auch so weit ganz gut, aber ich denke, es ist Zeit "das nächste Level" anzugehen. Um Balz etwas zu entlasten und eine sofortige Hilfe anbieten zu können, habe ich mir da was überlegt. 

Mit meiner Selbstständigkeit bin ich an einem Punkt angekommen, dass ich jetzt immer den halben Samstag und den ganzen Sonntag frei habe. Und ich würde eine Art telefonische Sprechstunde anbieten wollen am Sonntag vormittag. So zwischen 9:30 und 11:30 Uhr würde ich mir freihalten und gerne bei einem Telefonat den Betroffenen helfen. 

Ich mach immer bei den Telefonaten die Erfahrung, dass es den Betroffenen sehr hilft, wenn sie mit jemandem über DR/DP reden, der nachvollziehen kann, wie es ihnen geht. Vor allem aber berichten mir viele, dass nach dem Auflegen der Stresspegel sinkt und sie positivere Gedanken haben. (Ich kann auch mittlerweile erklären warum das so ist)

Mein Vorschlag: Wenn jemand Hilfe benötigt, bitte eine Mail an: 
dr-hilfe@web.de 
Dann sende ich Euch per Mail meine Handynummer. Unter der würden wir zunächst einen Chat bei Whatsapp anfangen und uns ggf. für ein Telefonat verabreden.

Diese Vorgehensweise hat sich gezeigt, klappt ganz gut und macht wenig arbeit/stress...

Kurz zu mir (damit ihr auch wisst zu welchen Themen ich was sagen kann)
- mitte 30
- Russlanddeutscher (Ich erwähne das, weil ca. 60% der Kontakte bisher mit Russalsndeutschen waren. Den Zusammenhang kann ich mir nicht erklären, aber seltsam ist es schon etwas)
- Ehemann und Vater
- Selbstständig (Beginn war wenige Monate nach dem Beginn der DR/DP) 
- Cannabis Erfahrungen (früher)
- Nach sehr schlimmen Monaten mit heftiger DR/DP seit langem wieder VOLL DA!

Ich biete hier meine Hilfe an weil ich weiss wie schlimm sich DR/DP anfühlt! 

Dieses Forum ist ganz ohne Zweifel die beste Adresse im Internet um sich zu DR/DP auszutauschen, aber es sind mittlerweile so viele Tipps, Ratschläge und wichtige Informationen zusammengetragen worden, dass ich überlege mal ein PDF mit den wichtigesten Informationen zu machen. Wenn ich Zeit finde und es fertig habe, melde ich mich wieder... 

.

Alles wird gut! :)

Sonntag, 6. Juli 2014

Achtung, bin im Ausland

Liebe Blogleserinnen und Blogleser

ich hab seit einiger Zeit einen neuen Job und für den muss ich sehr oft für z.T. längere Zeit
ins Ausland.
Zur Folge hat das, dass ich die Moderation dieses Blogs z.T. recht unregelmässig verfolgen kann.
Vor allem aber kann ich keine Anfragen via Telefon beantworten.
Ich danke für Euer Verständnis und wünsche Euch einen schönen Sommer!

Alles Gute
Balz Ruch

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Erfolgsgeschichten noch und noch !

Liebe Blogleserinnen und Blogleser

seit einiger Zeit beobachte ich in amerikanischen Blogs (z.B. dpselfhelp.com) aber auch hier bei uns,
dass die Erfolgsmeldungen sich häufen.

Mir ist schon früher aufgefallen, dass Leute, die den Aussteig aus der DR/DP geschafft haben, sich kaum noch zu Wort meldeten. Sie hatten das alles hinter sich und wieso sollten sie wieder in dp-Foren lesen? Das ist logisch.  Daher sah es oft so aus, dass es fast nur negative Berichte gab.

Das hat jetzt stark gebessert. In vielen Foren melden sich Menschen zu Wort, die es geschafft haben, die mühsamen irrealen Gefühle zu überwinden. Sie haben gemerkt, wie ermutigend es für andere sein kann, wenn sie erzählen, wie sich ihre Lage gebessert hat oder sie sogar ganz wieder "da" sind.

Bei den allermeisten war der Ausstieg aus der Derealisation graduell. Das heisst nicht von heute auf morgen. (Obwohl es sogar solche Berichte gibt...!)

Hier also dürft Ihr gern Eure Erfolgsberichte posten  (danke übrigens an Waldemar für die gute Idee!):

Es gibt immer Hoffnung! (Das tönt auch ein wenig weihnachtlich - passend zur Jahreszeit).. die sich häufenden Erfolgsgeschichten zeugen davon.

Alles Gute allen wünscht
Balz Ruch

Freitag, 6. September 2013

Technischer Defekt

Liebe Blog-Leserinnen und Leser

offenbar sind einige Eurer Einträge nicht veröffentlicht worden. Und dies, obwohl ich sie gelesen, auf "veröffentlichen" und danach auch beantwortet habe.

Es betrifft vor allem den Blog-Eintrag "Was ist Derealisation".   Eventuell auf der Seite mittlerweile zu viele  Kommentare ?  Falls sich jemand auskennt, kann er mich (Computerbanausen) gerne belehren, wie das Problem behoben werden könnte.

Ich eröffne nun DIESEN Post hier und empfehle, mal auf der Kommentarspalte hier unten zu schreiben. Hoffentlich erscheinen dann auch Eure Einträge und die Antworten dazu.

Alles Gute !
Balz Ruch

Dienstag, 16. April 2013

Wie beruhige ich meinen Geist?

Es kommt oft vor, dass man eine gute Phase hat, in welcher die DR weniger stark ist oder sogar ganz ausbleibt. Wieso ist das so? Wenn DR durch pausenlose Selbstbeobachtung am Leben erhalten wird, scheinen die Momente, in welchen man abgelenkt war oder sich durch Konzentration auf anderes die Selbsbeobachtung UNTERBROCHEN WIRD "heller" zu sein. Die Scheibe ist weniger stark. Manchmal sogar ganz weg.

Zum einen also geht es darum, den Stress (und die Angst...welche ja stressfördernd ist) herunter zu fahren. Zum anderen aber auch, das Gedankenkreisen zu durchbrechen.

Dies ist eine Frage der Übung. Übrigens ist das Gedankenkreisen und die Selbstbeobachtung auch ein angelerntes Verhalten...das man ständig geübt hat in Stresssituationen. Man kann ein Verhalten nicht einfach stoppen. Sondern nur durch ein anderes, positiveres Verhalten ersetzen. Das braucht etwas Geduld. Oft stellt sich ein beruhigender Effekt -wenn auch noch so klein- schneller ein, als man denkt.

Hier ein paar Tipps:

1. Achtsamkeitsübungen.
Setzen Sie sich bequem hin. Die Füsse auf dem Boden, die Sitzhaltung aufrecht (damit man nicht noch einschläft), aber bequem. Schliessen Sie die Augen. Nun richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf den Atem. Einfach beobachten, wie es ein- und ausatmet. Vielleicht legen Sie die Hände auf den Bauch, dann spüren Sie, wie sich die Bauchdecke hebt und wieder legt. Verändern Sie nichts an der Atmung. Es gibt kein richtig oder falsch. Nur beobachten. Dann...kann es sein, dass Sie nach ein paar Atemzügen merken, Ihre Gedanken sind woanders. Dann nehmen Sie das einfach wahr. Ohne zu werten. "Aha...ich denke jetzt an dies...oder das."  Das ist in Ordnung. Lassen Sie den Gedanken oder das Gefühl, das Sie wahrnehmen, einfach wieder los und richten Ihre Aufmerksamkeit ganz sanft, liebevoll wieder zum Atem zurück.
Das ist eigentlich alles. Tun Sie das 10Min., später auch länger.  Sie werden merken, wie der Atem ganz von selbst ruhiger wird. Wenn Sie dann wollen, machen Sie die Augen auf, orientieren sich im Raum, recken und strecken Sie sich und beenden Sie die Übung.

Es ist sehr hilfreich, jemaden zu haben, der einen anleitet. Das kann sogar im Internet sein.
Hier ist ein guter LINK zu vier geführten Achtsamkeitsübungen. Beginnen Sie mit Teil 2 (im Sitzen).



2. Pflanzliche Hilfsmittel. Nebst dem Vermeiden von zuviel Kaffee, Alkohol, Süsses und Salziges (welche alle Einfluss auf das Nervenkostüm haben), können pflanzliches Mittel das Ganze unterstützen. Zu Omega3-Fischöl, Vitamin B-Komplexe und Johanniskraut habe ich ja bereits geschrieben. (Johanniskraut -wiewohl rezeptfrei erhätlich sollte nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden, da es mit anderen Medikamenten stark interagieren kann).
Auch Tee (Eisenkraut, Orangenblüten) können unseren Geist beruhigen. Das NEUESTE auf dem Markt scheint vielsprechend zu sein. Ein Lavendelölpräparat namens LASEA ist in Deutschland frei erhätlich und es gibt viele positive Berichte darüber. Den meisten hilft es, um gut zu schlafen.
Andere nehmen es tagsüber und berichten über eine beruhigende Wirkung. Die tritt in vollem Umfang erst ab ca. 2 Wochen ein. Also auch hier gilt, etwas Geduld haben.

3. Körperübungen: Leichter Sport tut immer gut. (Betonung auf LEICHT). Auch Yoga für ANFÄNGER kann entspannen. Mir halfen die simplen Anfängerübungen sehr!  Allerdings bin ich skeptisch, wenn es um die allzu spirituellen Aspekte des Yoga geht. Sie brauchen zur Zeit vor allem ERDUNG, d.h. handfestes KÖRPERGEFÜHL und weniger abstrakte Konzepte wie Chakren "Sonnengeflecht" etc., die "irreale" Ideen eher begünstigen. Das manchmal "Power-Yoga" genannte Anfängeryoga in den Fitnesscenters sind meist ganz in Ordnung. Keine abgehobene Konzepte und simple Übungen.
Ebenso gibt es im Buch "Gesund durch Mediation" von Jon Kabat Zinn  ein paar simple Körperübungen, die helfen vor allem morgens, etwas "auf Touren zu kommen."

4. Sich in etwas Positives, Freudiges vertiefen.  Hier kommen Sie persönlich ins Spiel. Gibt es etwas, in das Sie sich ganz besonders gut vertiefen können? Bei den einen ist es Musik, andere LESEN etwas Schönes, andere schaffen es in guten Gesprächen, ganz zu schweigen von Beziehung, Zärtlichkeit etc.   Sogar Computerspiele oder Gartenarbeiten ...was auch immer Sie innerlich SCHON NUR ETWAS beruhigt, sollten Sie bewusst anwenden und nicht zu knapp.  Ist man erstmals eine halbe Stunde in etwas vertieft, beruhigt sich der Gesamtzustand. UND...WICHTIG: jeder dieser ruhigeren Momente ist HEILSAM!  Er durchbricht nämlich diesen elenden Teufelskreis von Selbstbeobachtung-Angst-Stress-mehr Selbstbeobachtung etc.



Samstag, 8. September 2012

Die Tennisstunde

Ich war in meiner Erholungsphase. Die "Scheibe" war -auch dank SSRI, Therapie etc.- schon merklich schwächer. Mit einem schwächeren Tennispartner hatte ich einen Match. Es war morgens und ich hatte nicht sehr gut geschlafen. Ausserdem war der Tennisplatz für mich neu. Zwei Elemente, die für mich immer auch leichte Desorientierung bedeuten konnten und vor allem die Anfälligkeit auf die DR begünstigten.
So war es also auch, ich begann den Tennismatch vollkommen belämmert, fragte mich, wo ich gerade war und ob ich auch wirklich wach war oder noch träumte. Das Resultat war, dass mich der Gegner eins ums andere mal übertölpelte und ich die Spiele verlor. Und nun: IRGENDWANN wurde mir das zu blöd! Ich wusste doch, dass ich besser war als der Gegner. Meine innere Beschäftigung mit meinem Zustand ("bin ich was müde! hab ich schlecht gepennt! hab ich 'ne Scheibe!") hielt mich offensichtlich gefangen und ich war dabei den Match zu verlieren.
Als mir das klar wurde, kam eine Art innere Wut auf: NEIN! So NICHT! Ich werd doch nicht gegen den verlieren! Plötzlich begann ich mich auf DEN NÄCHSTEN BALL zu konzentrieren. Ich WOLLTE den nicht reinlassen! Ich WOLLTE den so zurückspielen, dass der Gegner herausgefordert würde. Und je stärker ich mich auf DEN BALL und auf mein Spiel konzentrierte - je mehr mich der EHRGEIZ packte, desto besser spielte ich auch. Plötzlich gelangen die Returns und ich punktete. Und ziemlich bald wendete sich das Blatt. Ich ging in Führung und gewann. UND DA -im Nachhinein- bemerkte ich, dass die Scheibe weg war.  Ich hatte mich auf etwas anderes fokussiert.
Mir wurde nach diesem Spiel klar, dass ich die Scheibe nie frontal angreifen und loswerden konnte. Die Scheibe besiegt man nicht auf die Art. Sondern indem man die innere Beschäftigung mit der Scheibe ERSETZT durch die Beschäftigung mit etwas anderem. Mit etwas, das den eigenen WILLEN fördert und gleichzeitig unsere Konzentration fordert.
Das muss natürlich nicht unbedingt Tennis oder Sport sein; aber das Prinzip wurde mir mit jener Tennisstunde völlig klar.  

Mittwoch, 7. September 2011

Rückfälle: wenn die DR wiederkommt

Kann es sein, dass die DR wieder kommt?  Natürlich. Aber das ist kein Grund zum Verzweifeln. Wir können umgekehrt nämlich sagen: wenn die DR einmal weg war, dann kann sie jederzeit wieder weggehen.

Nach Monaten, wo die DR keine Rolle mehr spielte und ich mein Leben ohne DR und sogar ohne Erinnerung daran wieder genoss, wurde sie plötzlich wieder ausgelöst. An einem Morgen beschloss ich trotz Müdigkeit und wenig Frühstück eine Radtour zu machen. Als wir eine Gegend erreichten, die mir von früher bekannt, sich aber in den letzten Jahren extrem verändert hatte (Neubauten etc), war sie plötzlich wieder da.

Nun hatte ich die Wahl, mich auf die DR zu konzentrieren, die Stresshormone ansteigen zu lassen und das Ganze noch verschlimmern, oder aber: ich beobachtete mich und erklärte mir das Ganze. Natürlich! EIn bekannter Ort, der zu einem fremden geworden war. Müdigkeit, wenig im Magen. Was soll's, ich mach einfach weiter.
Irgendwann fand sich ein Imbissstand und nachdem ich gegessen hatte, verzog sich die DR langsam wieder.

Kann sie wieder kommen? Ich sag mir: klar, jederzeit, wenn die Umstände sie auslösen. Aber vor allem: beachte ich sie nicht über Gebühr, sondern lasse sie einfach zu und geh weiter meinen Sachen nach, wird sie auch wieder verschwinden.